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Podiumsdiskussion : Unternehmer kritisieren den Mindestlohn

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Wirtschaftsrat der CDU hatte zu einer Podiumsdiskussion ins Hotel Prisma geladen und mit Experten über die Auswirkungen diskutiert.

Neumünster | „Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns in Schleswig-Holstein in ausgewählten Branchen“: Unter diesem Titel hatte der Verein Wirtschaftsrat der CDU am Dienstagabend zu einer Podiumsdiskussion in das Hotel Prisma geladen. Unter der Gesprächsleitung des Neumünsteraner Sektionssprechers Holger Bajorat tauschten sich rund 15 Unternehmer aus der Region aus – und benannten manchen Kritikpunkt.

Auf dem Podium Platz genommen hatten Martin Aye (Geschäftsführender Gesellschafter des Callcenters Aye media Marketing group, Lübeck), Dierk Böckenholt (Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Nord, Kiel), Thomas Krotz (Vorstand der Kieler Funk-Taxi-Zentralel), Axel Strehl (Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Schleswig-Holstein, Ahrensburg) und Paul Wehberg (Geschäftsleitung, A. Beig Druckerei und Verlag, Pinneberg). Eine Einführung in das Thema gab außerdem Professor Dr. Annekatrin Niebuhr von Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB Nord in Kiel.

Nach Aussage von Niebuhr könne man noch nicht sagen, inwiefern sich der seit Jahresbeginn geltende einheitliche Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro pro Stunde (brutto) auf die Beschäftigungszahlen insgesamt auswirke. Allerdings sei bereits jetzt ein deutlicher Rückgang bei den angebotenen sogenannten Minijobs spürbar. Außerdem zeigen sich sowohl im regionalen Bereich als auch im Ländervergleich deutliche Unterschiede insbesondere zwischen den alten und neuen Bundesländern. Hier stehe Schleswig-Holstein an erster Stelle der von den negativen Auswirkungen betroffenen alten Bundesländer.

Stark betroffen sei Schleswig-Holstein auch im Hinblick auf den Branchenvergleich. Der Grund: Hier arbeiten 50 Prozent der Mindestlohnverdiener im Gastgewerbe und in der Land- und Forstwirtschaft.

Insgesamt stellte sich in der Diskussion heraus, dass die Unternehmer weniger die entstehenden Lohnkosten drücken. Vielmehr seien die starren Arbeitszeitregelungen sowie die vorgeschriebene Dokumentation der Arbeitszeiten des einzelnen Arbeitnehmers ein großes Problem.

Die Anwesenden kritisierten außerdem die innerbetrieblichen Kontrollen des Zolls. „Kontrolle muss sein. Aber es kann doch nicht angehen, dass ein Überfallkommando vor einem Edeka
hält und die Beamten den Laden stürmen, als seien sie auf Verbrecherjagd“, erklärte dazu Dierk Böckenholt.

Insgesamt blieben die Vorbehalte gegenüber dem Gesetz groß und Nachbesserungen wurden dringlich eingefordert.

Davon unbeeindruckt zeigten sich Klaus Kasch und Christof Rostkeim aus dem DGB-Stadtverbandvorstand. Sie hatten den Teilnehmer vorab in der Einfahrt des Hotels mit Notizblöcke überreicht. Auf Plakaten forderten sie: „Mindestlohn – dran bleiben!“

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erstellt am 30.Apr.2015 | 07:00 Uhr

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