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Holsteinischer Courier

27. Juli 2017 | 04:41 Uhr

Mühbrook : Unruhe in der Kita

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der einzige Erzieher der Einrichtung wurde freigestellt. Offenbar gab es Unstimmigkeiten mit der Leitung. Viele Eltern sind entsetzt.

Mühbrook | In der kommunalen Kita „Die kleinen Mühbrooker “ gibt es Krach um den einzigen Erzieher. Der Musik-und Naturspielpädagoge arbeitet dort nicht mehr. Er wurde vor wenigen Tagen freigestellt. Viele Eltern sind mit diesem Schritt nach Auskunft von Andreas Dietrich, Vorsitzender des Elternbeirats der Kita an der Dorfstraße, überhaupt nicht einverstanden.

Der bei vielen Kindern und Eltern hoch geschätzte Erzieher hat am Mittwoch, 21. Juni, schriftlich mitgeteilt bekommen, dass er nicht mehr in der Kita arbeite. „Er hat eine Freistellung mit sofortiger Wirkung erhalten“, bestätigte Bürgermeister Wulf Klüver. Über die Ursachen möchte sich der Gemeindechef zum Schutz der Persönlichkeit des Mannes nicht öffentlich äußern. Klüver stellte aber fest: „In erster Linie geht es um den Schutz der Kinder. Aber auch das Personal muss geschützt werden. Es gab so viel Unruhe, dass ich die Reißleine ziehen musste. Der Erzieher und ich hatten aber ein gutes Verhältnis.“

Über die Freistellung sagte der betroffene Erzieher: „In dem Schreiben stehen keine Gründe. Manfred Osbahr von der Verwaltung hat mir bei der Übergabe gesagt, dass meine Anwesenheit die Eltern gegen die Leitung aufhetze. Mein sofortiger Weggang solle wieder Ruhe reinbringen.“

Manfred Osbahr, Abteilungsleiter des Hauptamts, hielt sich zu den Gründen der Freistellung bedeckt: „Äußerungen dazu verbieten der Datenschutz und der Schutz der Person. Gemeinde und Amt bedauern die aktuelle Entwicklung. Gleichwohl müssen Entscheidungen dort getroffen werden, wo die Umstände es erfordern. Und ich kann versichern: Eine Freistellung kommt nicht aus heiterem Himmel.“

Die Freistellung erfolgte nicht einvernehmlich. Der betroffene Erzieher, der auch Leiter der Waldgruppe „Wölfe“ war und zwei Tage vor seiner Freistellung schon selbst gekündigt hatte, sagte jedoch: „Ich hätte meine Arbeit gern noch etwas länger fortgeführt. Denn so konnte ich mich nicht vernünftig von den Kindern verabschieden und die anstehenden Projekte nicht zu Ende bringen.“

Er bedauerte außerdem: „Das Arbeitsverhältnis im Kollegium der Einrichtung ist so schwer gestört, dass ich da mehr Kraft hinein investieren musste als in die Arbeit mit den Kindern. Ich bin seit fünf Jahren in der Kita und habe die Waldgruppe mit aufgebaut.“ Der Erzieher ist der Meinung, dass seine Arbeit deutlich schwerer wurde, seit im Januar eine neue Kita-Leiterin kam. „Sie hat von Anfang an meine Arbeit infrage gestellt, sich aber selten an mich direkt gewendet. Es hat sich ein geschlossenes Feld gegen mich gebildet“, kritisierte der Erzieher. Die Kita-Leiterin wollte sich gegenüber dem Courier zu der Thematik nicht äußern.

Am Mittwochabend trafen sich spontan 12 Eltern der 14 betroffenen Familien aus der „Wölfe“-Gruppe, um sich über die Situation zu beratschlagen. „Wir sind restlos geschockt. Einige behalten ihre Kinder zurzeit zu Hause oder wechseln sich mit der Betreuung untereinander ab“, berichtete Andreas Dietrich, der seinen Sohn bei den „Wölfen“ hatte. Und: „Mein Sohn wird die Kita verlassen, weil es da keinen mehr gibt, dem wir unser Kind anvertrauen mögen. Mit dem Erzieher haben wir einen außerordentlichen Pädagogen verloren. Einige Eltern haben ihre Kinder nur seinetwegen in Mühbrook angemeldet.“

Am Donnerstag der kommenden Woche hat der Bürgermeister zu einem nicht-öffentlichen Elterninformationsabend geladen. „Der wird das Forum sein, um Unmut zu äußern. Er wird aber auch der Information dienen, soweit das datenschutzrechtlich möglich ist“, hieß es. „Der Abend ist darauf ausgerichtet, subjektive Aspekte, die einzelne Eltern und der Erzieher vortragen, durch objektive Aspekte richtigzustellen“, erklärte Manfred Osbahr.

Eine Rückkehr des Erziehers nach Mühbrook wird es nicht geben. Er schaut sich nach einem anderen Arbeitsplatz um, und die Gemeinde hat die Stelle bereits ausgeschrieben. In der Kita werden rund 30 Kinder in zwei Gruppen betreut.

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erstellt am 26.Jun.2017 | 12:00 Uhr

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