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Brokenlande : Unfall an der Biogasanlage: Staatsanwalt ermittelt

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die zwei Millionen Liter Gärstoffe, die an einer Biogasanlage in Brokenlande ausgelaufen sind, werden jetzt abgetragen. Sachverständige untersuchen den Vorfall. Ist Sabotage möglich?

Brokenlande | Nachdem der Fermenter, aus dem auf der Biogasanlage in Brokenlande am Sonnabend zwei Millionen Liter Gärstoffe ausgelaufen waren, stillgelegt ist, hat nun die Staatsanwaltschaft die Untersuchung des Falles durch die Dekra angeordnet.

Die Fachleute untersuchten gestern den aus seiner Verankerung gedrückten Schieber sowie auch dessen Einsatzstelle am 4000 Kubikmeter fassenden Fermenter. „Wir prüfen alle Teile, die mit dem Unfall zusammenhängen. Schlüsse aus diesem Untersuchen kann man jedoch erst ziehen, wenn alle Fakten zusammengetragen sind“, erklärte Sönke Heinz, der bei der Dekra als Diplomingenieur technische Untersuchungen vornimmt.

Der Betreiber der Biogasanlage, Christian Saul, schließt jedoch auch einen Sabotageakt nicht aus. „Was stutzig macht, ist schon, dass die Neumünsteraner Firma, die die Schieber installiert hat, noch am Freitag deren einwandfreie Funktionstüchtigkeit bestätigte. Aber man muss jetzt sehen, was bei der Untersuchung herauskommt“, sagte er.

Als erste vorsorgliche Sicherungsmaßnahme sollen jetzt jedoch an allen Schiebern noch einmal verstärkende Sicherheitsplatten angebracht werden. „Dennoch hätte es nicht passieren dürfen, und natürlich übernehme ich die volle Verantwortung für diesen Vorfall“, erklärte Saul.

Im Hinblick auf den festgestellten Einfluss von Gärstoffen in die an das Gelände grenzende Flottbek-Au gibt es keine neuen Erkenntnisse. Nach Aussage der Wasserbehörde habe man jedoch bisher kein Fischsterben feststellen können. Dennoch hat die Umweltpolizei des Kreises Segeberg Wasserproben entnommen, um diese weiter zu untersuchen.

Die Aufräumarbeiten auf der gefluteten rund 15.000 Quadratmeter großen Auffangfläche haben begonnen. Mit Radlagern und Miststreuern muss dort eine etwa 15 Zentimeter hohe Schlammschicht entsorgt werden. „Wir hoffen, in zehn Tagen fertig zu sein“, erklärte Saul. Verbracht werden die 2250 Kubikmeter Aushub auf umliegende Felder, die keine direkte Wasserberührung haben. „Hierzu haben wir eine Sondergenehmigung des Kreises erhalten. Anschließend werden wir wohl von der Fläche noch zusätzlich eine gewisse Schicht Mutterboden abschieben, um eine weitere Versickerung ins Erdreich zu verhindern“, erläuterte er.

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erstellt am 28.Jan.2014 | 05:30 Uhr

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