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Holsteinischer Courier

23. September 2017 | 05:54 Uhr

Boostedt : Umwandlung in Etappen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Experte sprach in Boostedt über Nachnutzung des Kasernengeländes. Sechs bis zehn Jahre sind zu veranschlagen.

Boostedt | Auf dem Gelände der ehemaligen Rantzau-Kaserne tut sich etwas. Die Gemeinde erwägt, Kita und Feuerwehr dort zu beherbergen. Experte Hartmut Röder sagte vorgestern Abend in Boostedt, dass die Liegenschaft gut gewerblich nutzbar sei.

Die Gemeinde sondiert die Möglichkeiten, eine zweite Kindertagesstätte (Kita) einzurichten. Das in Betracht kommende Gebäude befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Rantzau-Kaserne an der Von-dem-Borne-Straße und wird als Bundeseigentum von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) verwaltet. Bürgermeister Hartmut König wurde am Donnerstagabend von den Gemeindevertretern beauftragt, bei der Bima einen Preis einzuholen.

Damit reagierten die Kommunalpolitiker auf den Antrag des SPD-Fraktionsvorsitzenden Bernd Schauer (der Courier berichtete). Man einigte sich auf eine „möglichst zügige“ Einrichtung der Kita-Gruppe. Aktuell fehlen über 40 Betreuungsplätze. Außerdem begründete der Bürgermeister den Vorstoß mit dem Sanierungsbedarf in der „Frösche“-Gruppe und einer größeren Attraktivität Boostedts für junge Familien. Eine zweite Waldgruppe wird es aber wegen mangelnder Zusagen seitens der Eltern nicht geben (der Courier berichtete).

Eine andere Möglichkeit, eine zweite Kita zu betreiben, bietet möglicherweise das Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr. Ein Bausachverständiger soll nämlich nach dem Willen des Konversionsausschusses, der ebenfalls Donnerstagabend tagte, prüfen, ob die Wehr in das Gebäude N  1 des Kasernengeländes ziehen kann. Nach einer Begehung des Gebäudes, das an der Panzerstraße direkt an dem ersten Tor liegt, stellte der stellvertretende Kreiswehrführer Jörg Nero fest: „Das Gebäude passt wie angegossen. Die Fahrzeuge werden zunehmend größer und hätten in der renovierten Halle Platz. Dort werden auch keine Nachbarn durch Blaulicht und Sirenenlärm gestört.“

Auch der Umgang mit der Von-dem-Borne-Straße muss geklärt werden. Noch gehört sie der Bundeswehr, im September wird die Straße der Bima übergeben.

Wie es mit dem ehemaligen Gelände der Kaserne weiter gehen könnte, berichtete ausführlich Hartmut Röder, Geschäftsführer des seit Dezember im Auftrag der Gemeinde Boostedts tätigen Berliner Fachunternehmens Gesellschaft für Konversion und Umwelt (GKU). Demnach werde die wesentliche Phase der Konversion sechs bis zehn Jahre dauern. Das rund 100 Hektar große Gelände, auf dem sich auch das Landesamt für Ausländerangelegenheiten samt Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge befindet, steht von der Bima zum Verkauf und soll für zivile Zwecke nutzbar gemacht werden. Dabei hat die Gemeinde Boostedt ein Vorkaufsrecht, wovon sie in den Fällen einer Kita-Einrichtung oder einem Umzug der Freiwilligen Feuerwehr Gebrauch machen wird.

Da Investoren um die Mitsprache der Gemeinde nicht herumkommen, empfahl der Experte eine Nachnutzung in Etappen. Zunächst könnten ortsnah gelegene Randflächen an den Verkehrsanbindungen, dann nordöstliche Technikbereiche genutzt werden. Die Flächen der Landesunterkunft kämen nach ihrer Schließung dran.

Eine Variante wäre die Kombination von Wohnbereichen, Gewerbe und Mischgebieten. Der Wohnbereich wäre über die Von-dem-Borne-Straße erreichbar, das Gewerbe im Norden über die Panzerstraße. Die Mischgebiete lägen dazwischen. Der Fachmann attestierte der Liegenschaft eine gute gewerbliche Nutzbarkeit.

Probleme einer zivilen Gewerbenutzung könnten sich aus dem Schutzbereich ergeben, der sich per Gesetz von dem im Norden gelegenen Standortübungsplatz östlich über das Gelände zieht und zum Beispiel vor Querschlägern schützen soll. 

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