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Verkehrsversuch in Neumünster : Umsatzeinbußen im gesamten Einzelhandel

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Eine Umfrage des Einzelhandelverbandes ergibt verheerende Zahlen. Die Neumünsteraner Händler stört vor allem die Kommunikation durch die Stadt.

Neumünster | Die negative Kritik an der Verkehrssituation in Neumünster reißt nicht ab. Nach der gestern veröffentlichten Recherche des Holsteinischen Couriers liegen nun auch die Ergebnisse der jüngsten Umfrage des Einzelhandelsverbands Nord (EHV) vor. In der wurden 25 Unternehmen aus der Innenstadt zu ihrer Situation und den Erwartungen befragt. Ausnahmslos alle gaben an: „Wir haben Frequenz- und Umsatzeinbußen.“ Knapp 30 Prozent melden Umsatzrückgänge von 20 Prozent und mehr.

Knapp zwei Drittel sagten, sie schauten mittlerweile überwiegend pessimistisch in die Zukunft. EHV-Geschäftsführer Dierk Böckenholt: „Das verwundert uns nicht. Schließlich erwirtschaften die meisten Einzelhändler in der Weihnachtszeit ihren Hauptumsatz. Da ist ein Umsatzrückgang um 20 Prozent schon eine mittlere Katastrophe.“

75 Prozent der Unternehmer geben an, dass bei ihnen Beschwerden eingehen; viele Kunden haben sich „negativ zur Verkehrssituation geäußert. Vor allem das Fehlen von Parkmöglichkeiten wird bemängelt“, hieß es. Generell allerdings wird die gesamte Verkehrssituation in Neumünster kritisiert. Aufgrund der Sperrungen und Baustellen befürchten Händler, dass die Kundschaft sich generell neu orientiert. Monika Dürrer vom EHV sagte dazu gestern: „Es ist für Händler wesentlich leichter, vorhandene Kunden zu binden, als neue zu gewinnen. Wenn Kunden erst einmal abgewandert sind, kommen sie selten wieder.“ Die Händler werfen der Stadt vor allem „Versagen in der Kommunikation der Verkehrsstrategie vor“, so der EHV.

Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras war gestern nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Sein Büroleiter Thorben Pries verwies auf die nächste Sitzung des Beirats zum Verkehrsversuch am 23. Oktober, auf der die Erfahrungen mit allen Beteiligten diskutiert würden. Dem Beirat gehören neben Mitgliedern aus Politik und Verwaltung auch Vertreter von Polizei, Unternehmensverband, EHV, IHK und einzelne Einzelhändler aus der Innenstadt an. Die Stadt gehe davon aus, dass bis dahin auch belastbare Daten über die Verkehrsströme in die Stadt und die Nutzung der Parkflächen vorliegen, sagte Pries. „Mein persönlicher, subjektiver Eindruck ist , dass die Parkplätze nach wie vor gut ausgelastet sind.“

Eine faire Bewertung des Verkehrsversuchs dürfe jetzt nicht allein auf die unvermeidlichen, aber endlichen Baustellen abstellen, mahnte der Büroleiter. Sobald die Baustellen etwa auf der Boostedter oder Wittorfer Straße im November wieder verschwunden seien, habe man in der Stadt wieder eine neue Situation, sagte Pries.

Ein sofortiger Abbruch des Verkehrsversuchs, wie am Donnerstag von einigen Händlern im Courier gefordert, ist für Pries nicht denkbar. Da vom Rat beschlossen, kann der Versuch auch nur von der Ratsversammlung wieder eingesammelt werden. Die nächste Ratssitzung ist am 26. November.


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erstellt am 12.Okt.2013 | 07:45 Uhr

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