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Jugendzentrum: : Umbaukosten bringen Politik in Rage

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Esther Hartmann (BFB) spricht von einem Skandal. Die CDU verlangt eine alternative Planung. Die SPD kündigt einen umfassenden Fragenkatalog für Bauausschuss an

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erstellt am 30.Jun.2016 | 08:30 Uhr

Die Kostenexplosion für den Ausbau der ehemaligen Fabrikhalle an der Anscharstraße zum neuen Jugendzentrum AJZ schlägt weiter hohe Wellen: Nach Kritik aus CDU und SPD in der vergangenen Woche (der Courier berichtete) hagelte es am Dienstagabend auch im Hauptausschuss massive Kritik an den neuen Kostenberechnungen der Bauverwaltung. Esther Hartmann (BFB) sprach gar von einem „Skandal“. Dass die Kosten für den neuen AJZ-Bau schnell mal um 50 Prozent stiegen, ohne dass die Selbstverwaltung eingebunden werde, sei „schlicht eine Frechheit“, wetterte die Ratsfrau.

Für die CDU wiederholte der Ausschussvorsitzende Gerd Kühl die Forderung, für das Kinder- und Jugendzentrum nach einer Alternative zu suchen. Die vorgelegte Kostenschätzung sei deutlich zu hoch und offenbar noch nicht einmal vollständig, sagte Kühl. SPD-Bauexpertin Franka Dannheiser kündigte einen umfassenden Fragenkatalog für die kommende Sitzung des Bauausschusses an, um dem überraschend hohen Kostenanstieg auf den Grund zu gehen. Und FDP-Ratsherr Reinhard Ruge wollte wissen, ob die Stadt Fördergelder verliert, „wenn wir das Projekt jetzt stoppen“ – was die Verwaltung allerdings verneinte.

Nach einer neuen Kostenschätzung der Stadt soll der Umbau der ehemaligen Textilfabrik an der Anscharstraße 8-10 statt der ursprünglich kalkulierten 2,1 Millionen Euro jetzt 3,1 Millionen Euro kosten – eine Steigerung von 48 Prozent. Auslöser für die Mehrkosten sind offenbar die konzeptionellen Umplanungen der Berliner Architekten. So sollte das AJZ ursprünglich ins Erdgeschoss der langgestreckten Fabrikhalle einziehen. Im Obergeschoss wollte die Stadt Unternehmen der Kreativ- und Kulturszene Werkstätten zu günstigen Konditionen anbieten. Um die Räume besser nutzen zu können, schlagen die Architekten vor, das Gebäude lieber vertikal in einen rechten und linken Flügel zu unterteilen. Das wäre jedoch mit erhöhten Kosten verbunden – etwa für zusätzliche Aufgänge oder den Einbau von Fahrstühlen.

Offensichtlich haben die neuen Pläne aber auch ihren Reiz: „Das neue Raumkonzept gefällt uns besser“, räumte der neue Chef der SPD-Ratsfraktion, Volker Andresen, ein, „was uns stört, sind die Kosten.“ Auch BFB und CDU unterstrichen, grundsätzlich an den Ratsbeschlüssen zum Erhalt des AJZ festhalten zu wollen. „Die machen gute Sozial- und Jugendarbeit“, bescheinigte Esther Hartmann dem einzigen selbstverwalteten Jugendzentrum der Stadt. Und auch Hauke Hahn (CDU) beschied, dass grundsätzlich jeder Euro für die Jugendarbeit gut investiert sei. Die Frage sei aber, ob man die gleiche Leistung nicht zu günstigeren Preisen bekommen könne, so Hahn.

Inhaltlich diskutiert werden die neuen Pläne für den AJZ-Bau am Donnerstag kommender Woche, 7. Juli, im Bau- ausschuss. Eine endgültige Entscheidung fällt die Ratsversammlung in ihrer Sitzung am 12. Juli.

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