zur Navigation springen

Landtagswahl in Neumünster : Um 6.01 Uhr kam die SMS

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Neumünster hat jetzt zwei Landtagsabgeordnete, denn Kirsten Eickhoff-Weber rutscht über die Liste hinein

von
erstellt am 09.Mai.2017 | 08:15 Uhr

Neumünster | Kirsten Eickhoff-Weber hatte die Hoffnung am Sonntagabend noch nicht aufgegeben, aber als sie sich schlafen legte, war sie gefühlt eine ehemalige Landtagsabgeordnete. Schließlich hatte Wolf Rüdiger Fehrs das Direktmandat in Neumünster für die CDU gewonnen. „Um 6.01 Uhr bekam ich dann eine SMS, dass ich über die Landesliste doch noch hineinrutsche. Da war ich schon ganz schön happy!“, sagte sie gestern.

Das hat die Sozialdemokratin streng genommen der CDU zu verdanken: Weil die im Land mehr Wahlkreise gewann, als ihr Sitze nach dem Zweitstimmenergebnis zustehen, musste das laut Wahlgesetz ausgeglichen werden. Ein Mandat bekamen die Grünen dazu, eines die AFD, eines die SPD – und damit war die Neumünsteranerin an der Reihe. Sie sagt: „Ich möchte gern im Landtag weiter für Neumünster arbeiten. Auch für meine Partei ist das schön. Es gab am Sonntag keine bösen Bemerkungen oder Vorwürfe gegen mich. Die SPD steht da sehr eng zusammen.“

Wolf Rüdiger Fehrs, der strahlende Gewinner vom Sonntag, äußerte sich gestern erfreut über den Wiedereinzug seiner Konkurrentin. „Es ist gut, wenn wir zu zweit für Neumünster und Boostedt im Landtag arbeiten können. Wir haben einen fairen Wahlkampf geführt“, sagte Fehrs. Als direkt gewählter Abgeordneter wolle er „ein bisschen mehr machen“ als Eickhoff-Weber in der vergangenen Wahlperiode. „Ich habe sie da nicht so stark wahrgenommen“, so Fehrs.

Fehrs hat einen sehr zeit- und kostenintensiven Wahlkampf geführt, verteilte zigtausende Müsli-Riegel und Süßigkeiten. „Ich habe mich nicht nur auf die Gebiete beschränkt, in denen die CDU traditionell stark ist. Ich war auch mit türkischstämmigen Unterstützern im Vicelinviertel unterwegs, habe an den Türen geklingelt und mich vorgestellt“, sagte Fehrs. Selbst am Sonntag habe er noch 1000 Müsli-Riegel auf dem Jahrmarkt verteilt.

Fehrs betonte aber gestern noch einmal die Teamleistung in der CDU: „Ich hatte sehr viele Unterstützer aus der Partei, weit über meinen engsten Kreis aus Julia Kühl, Martin Kriese, Hauke Hansen und Michael Köster hinaus.“

Wann und wie es konkret in Kiel losgeht, wusste Fehrs gestern noch nicht. Mit seinem Arbeitgeber, der Firma Rohrstar, hat er aber bereits Gespräche über die Reduzierung seiner Arbeitszeit geführt. Außerdem plant Fehrs weiterhin mit seinem Partner Martin Kriese den Bau und Betrieb einer Tankstelle im Gewerbegebiet Eichhof an der Autobahn 7. Sie hatten im Februar in der Ratsversammlung den Zuschlag für das Grundstück bekommen (der Courier berichtete).

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen