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Neues Buch : Ulrich Grode: Ein Lehrer als Hauptfigur

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ehemaliger Lehrer (68) schreibt drittes Buch der „Booker“-Trilogie / Eine zeitkritische Geschichte mit viel Lokalkolorit

Neumünster | Seine Bücher sind in der Neumünsteraner Szene Kult: Ulrich Grode hat bereits mit „So war das mit Booker“ (2013) und „Woanders vielleicht“ (2015) eine feste Fan-Schar erobert. Der 68-Jährige hat jetzt das dritte Buch mit dem etwas mysteriösen Titel „Der Moment, in dem der Besucher achtlos an der Mona Lisa vorübergeht“ geschrieben.

Im Mittelpunkt steht eine Figur, die am Ende des zweiten Buchs nur als winziger Nebensatz auftaucht: der alte und etwas kauzige Lehrer Schwalbe. Der Autor wird am Mittwoch, 14. Dezember, um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei aus seinem neuen Werk vorlesen.

„Diese Trilogie ist gar nicht so geplant gewesen. Am Ende des zweiten Buches taucht dieser Lehrer namenlos auf, ich habe ihn aus einer Laune heraus zur Hauptfigur gemacht“, sagt Grode. Das Buch handele von der Freundschaft des Lehrers mit dem Schriftsteller Eduard, der den Lesern bereits aus „Woanders vielleicht“ bekannt ist, sagt Grode.

Was so lapidar klingt, ist tatsächlich viel verschlungener – denn seine Bücher bauen aufeinander auf und schildern Menschen in ihrer komplexen Art. Das „Mona-Lisa“-Buch spielt 2016 in Neumünster, es beginnt mit der Fallada-Preisverleihung im März und endet mit der Art-Tour des Kunstfleckens im September. „Es gibt viel Lokalkolorit, Schwalbe wohnt am Großflecken 32, wo im Erdgeschoss die Buchhandlung Krauskopf ist. Der Buchtitel zeigt den Ausblick Schwalbes aus dem ersten Stock auf die Vicelinkirche“, sagt Grode, dessen Schwiegermutter das Haus gehört. Er lässt den Lehrer auch durch Neumünster zur Immanuel-Kant-Schule radeln. Es gibt aber auch viel innere Handlung. Denn der Protagonist Schwalbe wird krank, er leidet an einer Krise und „intellektueller Melancholie“, sagt Grode, der selbst bis 2012 Lehrer an der Immanuel-Kant-Schule war.

„Das Buch ist keine Autobiografie, hat aber autobiografische Züge“, so der Autor. Schwalbe ist ein intellektueller Mensch, der in der Krise an sich, seinem Beruf und am Weltgeschehen fast verzweifelt. Er macht sich Gedanken über die Flüchtlinge, den VW-Skandal, die Aushöhlung der Demokratie, den Missbrauch der Medien durch autoritäre Regimes und leidet außerdem an einem Nachkriegstrauma – eine Menge „Stoff“ zum Nachdenken für die Leser.

Und in allen Büchern taucht Putzfrau Salomon auf. Aktuell gibt sie auf dem Videoportal „Youtube“ in ihrer Sendung „Sprüche Salomonias“ Läster-Kommentare über Luxushotels ab („die Gäste sind entsetzlich“).

Grode sagt über seine Bücher: „Manche Menschen lesen sie, um Menschen wiederzuerkennen. Wenn sie das dann schaffen, freuen sie sich. Manchmal sind sie auch bei meinen Lesungen.“

Der Eintritt zur Lesung am Mittwoch in der Stadtbücherei ist frei. Das Buch kostet 11 Euro und ist im Buchhandel erhältlich.

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erstellt am 13.Dez.2016 | 07:45 Uhr

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