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Boostedt : Ulf Döhring leitet die neue Außenstelle

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Es wird mit mehr Flüchtlingen gerechnet. Die Außenstelle in Boostedt soll für Entlastung sorgen.

shz.de von
erstellt am 24.Sep.2014 | 05:00 Uhr

Boostedt | Seit 1. März 2000 ist Ulf Döhring (53) bereits Chef des Landesamtes für Ausländerangelegenheiten in der ehemaligen Scholtz-Kaserne am Haart in Neumünster. Nun bekommt er die Außenstelle in Boostedt dazu.

„Der Aufbau ist eine Herausforderung, doch neu ist die Situation für mich nicht“, sagt der Jurist und Regierungsdirektor. Als er vor fast 15 Jahren anfing, wurde zwar die Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge in Flensburg wegen sinkender Asylbewerberzahlen geschlossen. Doch neun Jahre gehörte die Unterkunft in Lübeck zu seinem Zuständigkeitsbereich, ehe auch diese wegen des weiter abebbenden Zustroms dicht gemacht wurde. Seitdem ist Neumünster als einzige zentrale Stelle im Land für alle Asylsuchenden, Flüchtlinge und Spätaussiedler, die in Schleswig-Holstein ankommen, zuständig. Sie ist für 400 Menschen ausgelegt.

Derzeit ist Döhring Chef von 29 Behörden-Mitarbeitern, sieben bis neun neue werden in Boostedt hinzukommen. Die Stellen werden regulär ausgeschrieben. Doch es werden nicht die einzigen bleiben. Döhring strebt an, wie schon in Neumünster auch in der Rantzau-Kaserne einen Betreuungsverein – etwa das Deutsche Rote Kreuz – anzusiedeln. Außerdem soll es ebenfalls eine Polizeidienststelle und Lehrer für den Unterricht der Kinder geben. „Zudem werden wir aus den Erfahrungen hier in Neumünster heraus auch wieder einen privaten Sicherheitsdienst engagieren, um sicherzustellen, dass die Einrichtung rund um die Uhr erreichbar ist.“

Wann der Umzug erfolgt, steht für Döhring noch nicht fest. „Ab 1. November überlässt die Bundeswehr dem Land die vier Kasernen-Blöcke. Dann wird die Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) mit dem Umbau der Liegenschaft beginnen. Das wird aber einige Wochen dauern“, so der Landesamt-Leiter. Die GMSH als Anstalt des öffentlichen Rechts wird auch die Bewirtschaftung des Geländes und des Gebäudes übernehmen.

Eines steht für Döhring schon fest: „Die Lösung in Boostedt entlastet die derzeit angespannte Situation, denn wir rechnen in den kommenden Wochen mit deutlich steigenden Zahlen von Flüchtlingen. Schließlich steht der Winter vor der Tür.“ Die Unterkunft in Neumünster platzt aus allen Nähten (der Courier berichtete). Sobald die Rantzau-Kaserne bezugsfertig ist, soll aber das zusätzliche Zelt, das bereits am Haart aufgestellt wurde, wieder verschwinden. „Das brauchen wir dann nicht mehr“, so Döhring. Die Unterkunft der Asylsuchenden im Zelt hatte für viel Kritik gesorgt.

 

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