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Reha-Kur : Ukraine-Kinder: Viele Zähne sind kaputt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Eltern können sich Behandlungen nicht leisten / Zwei Jungen mit Prothesen wurden extra untersucht

shz.de von
erstellt am 26.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Endlich ausruhen! Nach einer frisch gekochten Gemüsesuppe, leckeren Erdbeeren und erfrischenden Melonenschnitzen schliefen die 21 krebskranken Kinder aus der Ukraine die erste Nacht gut durch, berichtete Eberhardine Seelig gestern fröhlich. Nur eines trübte am Tag der Ankunft die Stimmung: Ein Junge war nicht mitgekommen, weil er seinen Pass nicht rechtzeitig erhalten hatte.

Auch wenn es gestern Strippen regnete, war die Stimmung fröhlich. Die Kinder spielten in der Halle der Fröbelschule Tischtennis und Federball. Andere ruhten sich aus.

Traditionell wird der Tag nach der Ankunft für die zahnärztlichen Untersuchungen vorgesehen. Zahnärztin Renata Patt, begleitet von Assistentin Regina Valkovec-Stoffregen und ihrem Mann Felix, schaute allen „Tschernobyl-Kindern“ in den Mund. „Erstaunlich viele Zähne müssen gezogen werden, die Zähne vieler Kinder sind in einem schlechten Zustand“, berichtete Eberhardine Seelig. Das sei erstaunlich. Vor einigen Jahren sei das besser gewesen. „Das könnte an der enorm gestiegenen Inflation in der Ukraine liegen, die Eltern können sich das nicht leisten, weil sie schon die Medikamente und die Therapie bezahlen“, vermutete die Organisatorin der Reha-Kur. Die Zahngesundheit rückt angesichts des Überlebenskampfes der Kinder nach hinten. Ab heute stehen acht Zahnärzte in Neumünster und Umgebung bereit, um die Kinder zu behandeln – erneut unentgeltlich.

Zwei kleine Patienten bekamen einen Extratermin: Vadim (14) hat eine Endoprothese im linken Bein, Dimitro (10) musste aufgrund von Knochenkrebs das linke Bein kurz unter dem Gesäß amputiert werden. Er bekam in der Ukraine eine Prothese angefertigt, die er aber so gut wie nie benutzt – weil er mit Gehhilfen ziemlich flott vorankommt. Orthopädie-Meister Stefan Fehlandt von Orthopädie Technik Nord untersuchte die zwei. „Vadim hat eine muskuläre Schwäche in dem Bein. Physiotherapie würde es stärken.“ Dimitro sagte, die Prothese sei unbequem. „Falls das sinnvoll ist, würden wir den sehr individuell zu formenden Schaft neu anfertigen. Der Rest der Prothese ist verwendbar. Das würde etwa 3000 Euro kosten“, vermutete Fehlandt.

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