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Holsteinischer Courier

22. September 2017 | 06:38 Uhr

Faldera : Uker Halle wird nun abgerissen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Eine Sanierung des Holzgebäudes an der Uker Straße wäre zu teuer geworden / Dort soll nun eine ansprechende Grünfläche entstehen

shz.de von
erstellt am 17.Jul.2017 | 07:45 Uhr

Neumünster | Erst sollten dort Flüchtlinge oder der Verein Openhaart unterkommen, zuletzt war eine Außenstelle der Kindertagesstätte Faldera im Gespräch – doch aus beiden Sachen wird nichts. Die Uker Halle an der Uker Straße wird abgerissen. Das bestätigte jetzt Ute Spieler, Fachdienstleiterin Stadtplanung und Stadtentwicklung. An der Stelle soll eine Grünanlage entstehen.

81 Jahre lang war der Holzbau im Herzen von Faldera der Treff und die Versammlungsstätte der Siedlergemeinschaft Ehndorfer Platz. Die damals rund 100 Mitglieder hatten Anfang 2016 jedoch das Gebäude auf dem gut 1150 Quadratmeter großen Erbpachtgrundstück an die Stadt zurückgegeben, weil sie die Unterhaltung nicht mehr bezahlen konnten. Der Sanierungsbedarf ist groß (der Courier berichtete). Der Saal bietet zwar Platz für etwa 80 Besucher, es gibt eine kleine Bühne und eine Bar mit Spüle und Kühlschrank. Allerdings fehlt eine richtige Küche, und der Zustand der Toiletten entspricht nicht mehr dem heutigen Standard.

Das Gebäude war ursprünglich eine Seuchenbaracke am Meßtorffweg. Die Stadt wollte sie damals schon niederbrennen. Doch die Siedler bauten sie 1935 am Meßtorffweg ab und an der Uker Straße wieder auf. Doch nun hat ihr letztes Stündlein geschlagen – und auch der Denkmalschutz legt bei dem historischen Gebäude offenbar keine Steine für den Abriss in den Weg.

Eine Nachfolgenutzung konnte die Stadt nicht finden. „Aus Sicht der Kita waren die Räume nicht geeignet“, sagt Ute Spieler. Der Aufwand für einen entsprechenden Umbau und eine energetische Aufwertung hätten in keinem wirtschaftlichen Verhältnis mehr gestanden, so die Fachdienstleiterin. Auch andere Lösungen gab es nicht.

Da der Flächennutzungsplan an dieser Stelle ohnehin eine Grünfläche mit Parkanlage vorsieht, soll das nun auch in die Tat umgesetzt werden. „Nach dem Abriss wird ein qualitativ hochwertiges Grün-Areal dort entstehen. Das ist auch gut für das Quartier“, sagt Ute Spieler. Wie die Einzelheiten aussehen, steht noch nicht fest. Hier laufen noch Abstimmungsprozesse in der Verwaltung. Einen genauen Abrisstermin konnte Ute Spieler noch nicht nennen.

„Alle Siedler haben eine kleine Träne im Knopfloch, aber verhindern können wir den Abriss ja nicht mehr“, sagt Uwe Kröger, der Leiter der Siedlergemeinschaft. Er hatte bis zuletzt gehofft, das Gebäude werde gemeinsam mit der Siedlung unter Denkmalschutz gestellt. „Nun kommt es eben anders“, sagt Kröger ein wenig wehmütig. Die Mitglieder der Siedlergemeinschaft treffen sich mittlerweile bei Kreinsen an der Ehndorfer Straße. Dort findet auch die Weihnachtsfeier statt. „Uns geht es leider nicht anders als anderen Siedlergemeinschaften: Wir überaltern langsam und der Nachwuchs fehlt“, so Kröger.

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