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Anscharkirche : Überraschungen mit Tasten, Saiten und Klanghölzern

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Herbstkonzert des Akkordeon- und Bandonion-Orchesters füllte die Anscharkirche.

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Neumünster | Vier bis fünf Auftritte pro Jahr – da steht schon mal Altbekanntes auf dem Programm. Das Akkordeon- und Bandonion-Orchester Neumünster schafft es trotzdem immer wieder, viele Besucher in seine Konzerte zu locken. Es lässt sich einfach etwas einfallen.

Am Wochenende kamen 200 Gäste in die Anscharkirche, um den ungewöhnlichen Klängen der Akkordeonisten während des traditionellen Herbstkonzertes zu lauschen. „So was hab’ ich noch nie gehört“, staunte Dieter Vossen in der Pause. Der Aukruger hatte eine Vorankündigung des Konzertes in der Zeitung gelesen und war aus reiner Neugier in die Anscharkirche gekommen. Er habe mit Shantys gerechnet, so Vossen, dass ihm jetzt klassische Musik, österreichische Walzer, südamerikanische Tangos und sogar James-Bond-Melodien geboten wurden, empfand er als große Überraschung.

Pünktlich um 19 Uhr kamen die Musiker über den Mittelgang in die Kirche. Ihre Instrumente warteten bereits im Altarraum. Werke von Bach und Beethoven machten den Anfang. Bereits die ersten beiden Stücke bewiesen das musikalische Können des Orchesters. Unter dem präzisen Dirigat des Orchesterleiters Norman Röhl wurden Lautstärken gekonnt herausgearbeitet, in puncto Dynamik macht dem Laienorchester so leicht niemand etwas vor.

Und dann gab es selbst für eingefleischte Fans eine Überraschung. Über den Seitengang betraten Geraldine Galka und Maria Richter den Altarraum. Unterm Arm: eine Violine und ein Cello. Gemeinsam mit den 14 Akkordeonisten spielten die beiden Solistinnen die „Pavane“ von Gabriel Fauré.

Ergreifend schön vereinigte sich der Klang von Handzug- und Saiteninstrumenten. „Ich hätte mir nie träumen lassen, einmal mit einem Akkordeonorchester zu spielen,“ sagte Geraldine Galka. Nach einer Anfrage im Sommer sagte die Ausnahmegeigerin spontan zu. „Die Arbeit mit den Musikern ist sehr spannend und das Orchester ist ausgesprochen herzlich“, urteilte Galka.

Das konnte Maria Richter nur bestätigen. Die Cellistin lobte die große Bandbreite des Repertoires, die „tolle Moderation“ des Dirigenten und die Begeisterung der Musiker. Die übertrug sich auch aufs Publikum, besonders als Gast-Percussionist Alexander Birkholz eine Marimba vor das Orchester schob und die Schlegel mit einem Tempo über die Klanghölzer fliegen ließ, dass einem schwindlig werden konnte.

Frenetischer Zwischenapplaus war der Lohn. Nach zwei Stunden und zwei Zugaben entließ das begeisterte Publikum die vor Freude strahlenden Musiker.


 

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