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Drohne zur Kartierung : Über Neumünster saust der Oktokopter

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Mit Hightech werden dreidimensionale Karten von Neumünster erstellt: „Völlig neue Wege in der Vermessungstechnik“

von
erstellt am 26.Sep.2014 | 05:30 Uhr

Neumünster | Es summt und brummt nur leise, dann setzt der Oktokopter surrend mitten auf dem Radweg am Kuhberg auf. Passanten bleiben überrascht stehen. Fliegende Mini-Drohnen sind auch in Neumünster nicht mehr so ganz neu, aber diese ist doch ein echter Hingucker: Einen guten Meter Spannbreite misst das Fluggerät, das mit seinen acht Rotorarmen einer riesigen Spinne ähnelt. Unter ihrem Bauch ist eine Foto- und Videokamera installiert, die an flexiblen Gelenken in alle Richtungen ausgerichtet werden kann.

Jascha Wendt und Hans Schröder, Mitarbeiter des Wasser- und Verkehrskontors Neumünster, haben gerade noch den Radweg zur Landung abgesichert, jetzt eilen sie schnell hinzu, um die Elektronik-Spinne in Sicherheit zu bringen: Wäre ganz schön misslich, wenn ein eiliger Radler das filigrane Fluggerät übersehen würde. Immerhin gut 40.000 Euro hat das Vermessungsbüro in den hochgerüsteten Spezialflieger investiert, um damit „völlig neue Wege in der Vermessungstechnik“ zu beschreiten, wie Elektroniker Manfred Greve erläutert, der einige Meter abseits stehend den Oktokopter per Funkfernbedienung steuert.

Derzeit ist das Trio aus dem Vermessungsbüro mit seinem achtarmigen Star auf Neumünsters komplizierten Kreuzungen und Verkehrsknotenpunkten unterwegs, um im Auftrag der Stadt eine neue Karte zu entwickeln. Dabei setzen die Vermessungsexperten zunächst mit herkömmlichen GPS-Geräten rotleuchtende Messpunkte auf das Pflaster. Sie dienen dem Oktokopter aus der Luft als Orientierung.

Aus gut 30 Metern Höhe schießt das Gerät dann gestochen scharfe Bilder aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Bilder werden später am Computer zu einem dreidimensionalen Abbild umgerechnet. Das räumliche Bild eröffnet Stadtplanern und Architekten später die Möglichkeit, die Szenerie am Computer aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten.

So lässt sich etwa leichter bewerten, ob Ampeln oder Verkehrsschilder im richtigen Blickwinkel für die Autofahrer aufgestellt sind, erklärt Oktokopter-Pilot Manfred Greve. Laut Greve ist das Wasser- und Verkehrskontor Neumünster bislang eines der wenigen Unternehmen in Schleswig-Holstein, die die neue Technik beherrschen.

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