Neumünster : Über die Küche in den Beruf

Gemeinsam kochen macht Spaß: Nawid Destmond (von rechts) und Amed Alim Serifi beenden im Frühjahr ihre Ausbildung zu Fachkräften im Gastrogewerbe, Serap Stübing ist ausgebildete Küchenhilfe, Said Jalal Faizy hatte seine Ausbildung wegen mehrmonatiger Krankheit unterbrochen und muss noch ein Jahr dranhängen. Auch Koch Mujtaba Mirzak (nicht im Bild) legt nach dreijähriger Ausbildung in diesem Jahr seine Prüfung ab.
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Gemeinsam kochen macht Spaß: Nawid Destmond (von rechts) und Amed Alim Serifi beenden im Frühjahr ihre Ausbildung zu Fachkräften im Gastrogewerbe, Serap Stübing ist ausgebildete Küchenhilfe, Said Jalal Faizy hatte seine Ausbildung wegen mehrmonatiger Krankheit unterbrochen und muss noch ein Jahr dranhängen. Auch Koch Mujtaba Mirzak (nicht im Bild) legt nach dreijähriger Ausbildung in diesem Jahr seine Prüfung ab.

„Safety Villa“: Restaurant des Jugendhilfeträgers entlässt die ersten Absolventen ins Arbeitsleben.

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05. Januar 2018, 08:00 Uhr

Neumünster | Als sich vor zwei Jahren am Eckhaus Kieler Straße / Johannisstraße nach langem Stillstand endlich wieder die Türen öffneten, waren nicht wenige Nachbarn skeptisch: „Safety Villa“ – was für ein merkwürdiger Name für ein Restaurant. Und überhaupt: Nur ein schlichtes Tagesgericht auf der Speisekarte – kann das funktionieren?

Inzwischen sind die Zweifler verstummt: Das schlicht aber gemütlich eingerichtete Eckhaus erfreut sich einer wachsenden Stammkundschaft aus benachbarten Büros und Geschäften, die nach einem einfachen, aber wohlschmeckenden Mittagsgericht ohne viel Schnick-Schnack suchen und dennoch auf freundliche Bedienung Wert legen.

Und auch der Name ist vielen inzwischen geläufiger: Hinter „Safety Villa“ verbirgt sich eine anerkannte Jugendhilfeeinrichtung, die traumatisierten jungen Flüchtlingen in Neumünster den Weg zu einem neuen Start ebnen will.

So sind auch die Bedienung und das Küchenpersonal etwas anders als in normalen Restaurants. Unter der Regie von Ausbilder Andreas Kovacs werden hier junge Flüchtlinge für ihren späteren Beruf in der Gastronomie geschult. Die ersten Kandidaten, drei junge Männer aus Afghanistan, stehen in diesen Wochen vor ihren Abschlussprüfungen – alle vier haben ein gutes Bauchgefühl, wie sie lächelnd versichern.

Der Erfolg spornt auch Villa-Chef Stefan Westphalen an: „Viele Jugendliche, die in der Villa ausgebildet und unterrichtet werden, hätten es in einem normalen Ausbildungsbetrieb wesentlich schwerer“, unterstreicht Westphalen, der beständig daran arbeitet, das Ausbildungsrestaurant mit weiteren Standbeinen abzusichern. So ist das Villa-Team derzeit etwa schon für Verdi und Diakonie als Caterer im Einsatz. Die Vicelinschule bezieht aus den Safety-Kochtöpfen ihren Mittagstisch, für die Lehmkuhl-Schule organisiert das Villa-Team die Pausenverpflegung.

„Wir hoffen, durch den Ausbau des Caterings in ein paar Jahren die schwarze Null zu erreichen, vielleicht bieten wir dann auch eine Abendkarte“, plant Westphalen in die Zukunft. Da die „Safety Villa“ nicht profitorientiert arbeiten müsse, stehe das Restaurant aber auch so schon auf sicheren Beinen, betont der Villa-Chef: Täglich werden im Restaurant etwa 100 Mahlzeiten aufgetischt, 50 Essen werden für das Catering zubereitet.

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