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Flugverkehr über Neumünster : Über den Wolken ist richtig viel los

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Einige hundert internationale Flugzeuge überqueren täglich die Stadt und das Umland. Verkehr wird aus Maastricht und Bremen kontrolliert.

Neumünster | Es dauert nicht einmal zwei Minuten, dann ist Flug FI511 gestern Mittag auch schon an Neumünster vorbei. Um 14.08 Uhr ist die Boeing 757 am Hamburger Flughafen Fuhlsbüttel gestartet, auf ihrem knapp einstündigen Flug in die isländische Hauptstadt Reykjavik passiert die Maschine der Icelandair um 14.14 Uhr den westlichen Rand von Neumünster. Trotz einer noch relativ geringen Höhe von 29 500 Fuß (rund 9 Kilometer) werden die Passagiere an Bord nicht viel gesehen haben. Vielleicht konnten sie durch eine Wolkenlücke den Einfelder See erahnen, ehe der Flieger auch schon nach Nordwesten entschwunden ist. Jeden Tag überqueren nach Schätzungen der Deutschen Flugsicherung (DFS) einige hundert größere und kleinere Maschinen den Luftraum über der Stadt und dem Umland. Der September ist dabei der flugstärkste Monat des Jahres.

„Es gibt zwei Flugrouten, die über das Neumünsteraner Umland führen. Die Strecke P615 geht östlich und die Strecke M852 westlich der Stadt vorbei“, erklärt Axel Raab, DFS-Pressesprecher in der Zentrale im hessischen Langen. Doch nicht immer können alle Maschinen exakt auf dem von der DFS vorgegebenen Netz fliegen. „Entscheidend ist immer der Fluglotse. Er passt auf, dass die Flieger sich nicht näher als 9,25 Kilometer in der Breite und 300 Meter in der Höhe kommen und gibt dem Piloten vor, wie er zu fliegen hat. Der kennt den aktuellen Verkehr am Himmel nämlich nicht“, sagt Raab. Das System ist mehrstufig. Während Maschinen über Schleswig-Holstein in Höhen von über 24 000 Fuß (7,5 Kilometer) von Eurocontrol im niederländischen Maastricht gelenkt werden, bekommen Flieger in geringerer Höhe ihre Anweisungen aus Bremen. Erst ab einem Umfeld von 15 Kilometern um den Flughafen (bei allen 16 internationalen Airports in Deutschland) übernimmt ein Lotse vor Ort. „Er ist dann für die Landung bzw. die Starts und den Verkehr auf dem Rollfeld verantwortlich“, erläutert Raab.

Wer heute in Richtung Himmel schaut, hat die größte Chance, einen „großen Vogel“ zu entdecken. Die meisten Starts und Landungen finden in Hamburg laut Sprecherin Antonia Kruse nämlich freitags statt. „Im Jahr 2013 waren es 22 570, in diesem Jahr bisher 15 030. Auf Platz 2 folgt der Montag mit 22 317 Starts und Landungen in 2013 und 14 807 in diesem Jahr“, sagt Kruse. Haben die Piloten noch keine Landeerlaubnis in Fuhlsbüttel, machen die Flieger auch schon mal große Bogen bis fast an Neumünster ran – so wie die KLM-Maschine aus Amsterdam gestern um 14.20 Uhr. Und: Kleine Privatmaschinen überqueren regelmäßig auch die Stadt, schließlich gibt es am Baumschulenweg ja auch den Flugplatz.

Infos, was am Himmel aktuell los ist, gibt es auf www. flightradar24.com.

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erstellt am 22.Aug.2014 | 05:30 Uhr

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