Neumünster : Über 1000 Fahrten mit 43 Wagen

Senol Celik (links) und Horst Schmidt vom Vorstand der Genossenschaft 44444 fahren rund um die Uhr – auch an den Ball-Abenden.
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Senol Celik (links) und Horst Schmidt vom Vorstand der Genossenschaft 44444 fahren rund um die Uhr – auch an den Ball-Abenden.

Die Ballsaison ist für die Taxi-Fahrer in der Stadt Hochsaison / Probleme mit Fahrgästen gibt es selten.

shz.de von
19. Januar 2018, 08:00 Uhr

Neumünster | Silvester, Sportlerball und nun der Ball der Pferdefreunde am Sonnabend. Das bedeutet für die Taxiunternehmer Dauereinsatz, um die Feierlustigen heil und schnell von und zur Fete zu befördern.

1900 Fahrten an Silvester und 1083 zum Ball des Sportes – das ist die bisherige Bilanz der Taxi-Genossenschaft 44444. „An solchen Tagen arbeiten wir mit doppelter Besetzung in der Zentrale, die die Aufträge entgegen nehmen“, erklärt Horst Schmidt vom Vorstand der Genossenschaft. Bis zu 140 Anrufe gehen pro Stunde ab 1 Uhr nachts ein. Hinzu kommen Buchungen über das Internet oder über die Taxi-App. „Das können wir leisten“, sagt das Vorstandsmitglied Senol Celik.

Die Genossenschaft besteht aus 21 Mitgliedern und weiteren, externen Fahrern. Insgesamt kann die Zentrale 48 Taxen auf Tour schicken. „Beim Sportlerball waren davon 43 im Einsatz bei der Holstenhalle“, so Schmidt. Für die Fahrer lohne sich die Nachtschicht, denn die Gäste seien in puncto Trinkgelder sehr spendabel. Deshalb sind an den Abenden auch kleinere Taxiunternehmer an der Holstenhalle im Einsatz, die nicht über die Genossenschaft organisiert sind. „Wir haben fünf Wagen und mit denen wir ab Mitternacht zum Ball fahren, die Fahrten ergeben sich automatisch vor Ort“, erklärt Thomas Heuer, Geschäftsführer bei Stadtchauffeur. 24 Stunden fahrbereit wie 44444 sei sein Unternehmen zwar nicht, „aber wir koordinieren den Einsatz unserer Fahrer so, dass an solchen Tagen die Zeit ab Mitternacht bis in die frühen Morgenstunden abgedeckt ist.“ Heuer war bis 2016 selbst in der Genossenschaft, „aber das war nicht mehr mein Ding, ich habe es lieber etwas übersichtlicher“, sagt der 60-Jährige.

In Neumünster fahren rund 80 Taxen. Trotz Konkurrenz gibt es einen für alle einen verbindlichen Fahrtarif im Stadtgebiet Die Grundgebühr betrage 3,50 Euro und dann gebe es eine Staffelung nach gefahrenen Kilometern, der von der Stadt vorgeschrieben sei, erläutert Heuer, der auch Obmann des Taxigewerbes ist. Außerorts seien die Preise Verhandlungssache. Rund 20 000 Euro geben die Ballgäste an so einem Abend aus, schätzt Schmidt. „Eigentlich sind längere Fahrten beliebt, aber an Balltagen können viele kurze Fahrten lohnender sein“, sagt Celik. Gefahren werde aber jeder Gast. Doch es gibt Grenzen, sowohl bei den kleinen Unternehmen als auch bei der Genossenschaft: „Wer voller Erbrochenem ist, wird nicht mitgenommen, das ist für andere Kunden nicht zumutbar“, soCelik. Ansonsten habe man Spucktüten an Bord oder fahre mit offenem Fenster. „Wenn die Fahrgäste aggressiv werden, muss man auf das Wohl des Fahrers gucken und im Notfall lieber die Polizei rufen“, sagt Heuer. Im Umgang mit Konfliktsituationen werden die Fahrer geschult. „Schlimmeres ist glücklicherweise bisher nicht passiert.“

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