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Tschernobyl-Kinder : Typisierung für den krebskranken Jurij

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Initiative Teestube David ist jetzt ein Verein. Der 13-jährige Ukrainer leidet an Leukämie und benötigt dringend eine Transplantation

Seit dem Jahreswechsel ist die Teestube David ein Verein mit dem Zusatz „Unsere Hilfe zum Leben nach Tschernobyl“. Die seit 22 Jahren von rund 100 ehrenamtlichen Helfern und 650 Unterstützern getragene Bürgerinitiative war bisher unter dem Dach der Evangelischen Freikirchlichen Gemeinde angesiedelt und ist mit der Gründung als Verein selbstständig. Die Vorsitzende ist Eberhardine Seelig, die in der Initiative der Reha-Maßnahmen für krebskranke Kinder aus der Ukraine organisiert.

Ziel der Teestube David ist es wie bisher, in der Ukraine zu helfen, eine Rehabilitation vor Ort aufzubauen. So wurde auch die Ukrainerin Anna Momot neben Annegret Selck ins Vereinsboot gehoben. Sie war 1993 selbst ein Tschernobyl-Kind und gesundete durch die Reha in Neumünster und eine länger andauernde Patenschaft einer hiesigen Familie. Vereins-Vizepräsidentin ist Annegret Selck, Beisitzer sind Barbara Kliem, Werner Sjut, Markus Friehe und Brigitte Pusch.

Weiteres Ziel des Vereins ist es, medizinischen Fachkräften aus der Ukraine Praktika in Deutschland zu ermöglichen. So absolviert die Kinderärztin Viktoriya Voloshko im Januar ein vierwöchiges Praktikum auf der Neugeborenen-Station im FEK. Sie begleitete regelmäßig die Tschernobyl-Kinder nach Neumünster.

Ein großes Projekt steht für den Verein 2014 im Mittelpunkt. Es gilt, einen Stammzellenspender für den leukämiekranken 13-jährigen Jurij Ljadov zu finden. Der Kontakt zu dem kleinen Patienten, der mit elf Jahren erkrankte, kam über die Ärztin Olena Kozlova in der Kinderhämatologie Lwiw (Lemberg) zustande, die regelmäßig bei der Reha in Neumünster dabei ist. Die Eltern von Jurij sind hochverschuldet, denn in der Ukraine müssen die Kranken aufgrund fehlender Krankenversicherungen selbst alle Kosten tragen, in diesem Fall für die teure Erstbehandlung. Zurzeit wird der kleine Patient in der Kinderhämatolgie in Lwiw mit Chemotherapie behandelt. Er wartet darauf, sich in eine Spezialklinik begeben zu können. Die Behandlungskosten liegen bei 85 000 Euro bis 120 000 Euro. Bisher hat die Teestube David etwa 20 000 Euro an Spenden gesammelt und wird so eine Anzahlung leisten können. Der Verein bittet weiterhin um Spenden.

Außerdem werden drei Knochenmark-Typisierungsaktionen gemeinsam mit dem Jugendverband veranstaltet, die helfen sollen, einen kompatiblen Spender zu finden. Sie finden jeweils von 10 bis 16 Uhr am Freitag, 24. Januar, in der Theodor-Litt-Schule für die dortigen Schüler, am Sonnabend, 25. Januar in der Klaus-Groth-Schule für Oberstufen-Schüler aller Gymnasien und Fachgymnasien sowie am Sonntag, 26. Januar, im Haus des Jugendverbands, Boostedter Straße 3, für Jugendliche aller Jugendgruppen in allen Verbänden, Schulen, Studenten und junge Berufstätige statt. Jeder Jugendliche im Alter ab 16 Jahren kann mit Einverständnis der Eltern teilnehmen. „Wir rufen auch junge Menschen ausländischer Herkunft auf, zu kommen. Denn die Vielfalt der genetischen Typen erhöht die Chance sowohl für Jurij als auch für Patienten dieser Herkunft, ein genetisches Pendant zu finden“, betont Eberhardine Seelig.

Gesucht werden außerdem Arzthelfer und Fachkräfte aus Medizinberufen, die Blut abnehmen dürfen und geübt sind. Sie werden gebeten, sich bei Eberhardine Seelig unter Tel. 3 72 24 zu melden.

 

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erstellt am 09.Jan.2014 | 17:00 Uhr

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