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Stadtteilbeirat : „Tungendorfs Straßen sind desolat“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wegen fehlender Gelder können Sanierungen nicht in Angriff genommen werden.

Neumünster | Nicht nur am Wookerkamp reiht sich Schlagloch an Schlagloch. „Wir haben an vielen Ecken einen desolaten Zustand der Straßen“, sagte Tungendorfs Stadtteilvorsteher Jürgen Böckenhauer auf der Beiratssitzung am Mittwoch im Volkshaus. Tiefbau-Fachdienstleiter Ralf-Joseph Schnittker konnte keine großen Hoffnungen machen, dass sich das schnell ändert.

Die Stadt werde ihre Verkehrssicherungspflicht erfüllen, notfalls auch mit ungeliebten Tempo-Limits. Ansonsten gebe es drei Verfahren: Kleinere Schlaglöcher bessert das TBZ aus, für die Sanierung von Kleinflächen durch beauftragte Firmen stehe ein Jahresetat von 400  000 Euro bereit – allerdings für ganz Neumünster. Größere Einzelmaßnahmen – wie eine Deckensanierung oder ein Komplettausbau – müssten dagegen im Haushalt angemeldet und politisch beschlossen sein.

Das Problem: Die Stadt ist klamm, viele Sanierungen, etwa auch am Wookerkamp, wurden deshalb verschoben und können frühestens im Haushaltsjahr 2017/18 angegangen werden. Schnittker nannte hier auch den Oberjörn oder die Rotdornallee, den Eichenplatz oder Veilchenweg. Und die Anlieger müssten an vielen Stellen damit rechnen, dass Straßenbaubeiträge von bis zu 80 Prozent der Kosten auf sie zukommen.

Ex-Siedlerbundchef Herbert Möller kritisierte, dass die Straßen durch Leitungsverlegungen etwa der Stadtwerke heute einem Flickenteppich glichen. Die Anlieger könnten verlangen, dass der Ausbau nicht kostenträchtig wie bei einer Autobahn erfolge, sondern sich auf das Nötigste konzentriere. „Sonst ist der Ärger groß wie jetzt in Einfeld und Gadeland“, so Möller. Doch hier widersprach Schnittker.: „Wir haben ein Regelwerk, was Stand der Technik ist. Und das haben wir einzuhalten.“

Wenig Hoffnung konnte Schnittker den geplagten Anwohnern rund um die Max-Johannsen-Brücke in puncto Schallschutz machen. Vor allem an den Rampen hat der Lärm tagsüber und auch nachts so erheblich zugenommen, dass hier Emissionsgrenzwerte überschritten werden. „Aus meiner Sicht besteht Handlungsbedarf“, sagte Jürgen Böckenhauer. Das wird technisch schwierig. Auch bei Schallschutzwänden an den Auffahrten bleibe die Brücke selbst ein Problem, sagte Schnittker. Hier wären Bund und Bahn zuständig. Schnittker: „Die Brücke gehört nicht der Stadt. Schallschutz nur an den Auffahrten wäre technisch sinnlos.“

Der frühere Stadtteilbeirat Gerhard Kion brachte daraufhin ein Tempo-Limit ins Gespräch. Böckenhauer:„Ob das realistisch ist? Tempo 50 ist auf der Brücke ja schon eine Seltenheit.“ Der Stadtteilbeirat will sich an den Bauausschuss wenden.

Einstimmig fiel die Empfehlung für eine neue Buslinienführung im Stadtteil aus. Da sich für die aktuelle Strecke mitten durch die engen Wohnstraßen Rüschdal, Rotdorn-, Vogelbeer- und Kastanienallee keine Fürsprecher fanden, spricht sich auch der Stadtteilbeirat für folgende neue Linienführung aus: Wookerkamp, Preetzer Landstraße, Kieler Straße, Wilhelminenstraße.

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erstellt am 09.Okt.2015 | 08:00 Uhr

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