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Stadtteilbeirat : Tungendorfer streiten um Straßenkosten

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Stadtteilbeirat drängt auf die neue Zuordnung der Wohnstraßen.

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2016 | 08:15 Uhr

Neumünster | Die Sorge um die Beteiligung an den Kosten für Straßensanierungen treiben die Tungendorfer weiter um: Gut 80 Anlieger kamen am Mittwochabend ins Volkshaus, um sich in der Stadtteilbeiratssitzung über geplante Straßenerneuerungen in Tungendorf zu informieren.

Stadtteilvorsteher Jürgen Böckenhauer betonte eingangs den informativen Charakter der Veranstaltung: „Wir sind keine Stelle, an der die Zulässigkeit der städtischen Sanierungsplanung festgestellt werden kann. Ich bitte darum, heute keine Grundsatzdiskussion zu führen.“

Der Hintergrund: Hauseigentürmer müssen sich bei der Sanierung von Straßen an den Kosten beteiligen. Laut Kommunalabgabengesetz ist eine Beteiligung von bis zu 85 Prozent bei Anliegerstraßen möglich, bei Durchgangsstraßen bis zu 55 Prozent. Die Zuordnung der Straßen hatte in den vergangene Wochen auch in anderen Stadtteilen immer wieder für rege Diskussionen gesorgt (der Courier berichtete). Eingeladen waren Gritt Kaiser und Jon Duve vom Tiefbauamt, die bekannt gaben, durch welche Straßen bald Baufahrzeuge rollen. Demnach sollen noch in diesem Jahr im Norderdorf- und Süderdorfkamp sowie im Tasdorfer Weg von Tasdorf-Dorf bis Ortsausgang die Decken saniert werden. „Die Straßen stammen aus den 60er-Jahren und entsprechen zum Teil in keiner Weise mehr den heutigen Anforderungen“, sagte Duve.

Kleine Maßnahmen betreffen den Eichenplatz, die Kastanienallee und die Vogelbeerallee. Dort wird die Fahrbahn mit einer Dünnschicht belegt. Auch in Tungendorf sorgt die Einordnung der Straßen durch die Stadt bei den Anliegern für Verunsicherung und Ärger: Erbost zeigten sich zum Beispiel Roswitha Schwarz und ihr Ehemann Gerd, die am Eichenplatz 2 wohnen. „Es ist ganz klar, dass der Eichenplatz Durchfahrtsstraße ist. Hier fährt ein großer Bus durch.“

Ratsfrau Helga Bühse, selbst Tungendorferin, wies darauf hin, dass der Rat erst kürzlich beschlossen habe, die Zuordnung auf den Prüfstand zu stellen und für mehr Transparenz zu sorgen.

Der Beirat beschloss eine Empfehlung an die Verwaltung, die Straßen Eichenplatz, Wookerkamp und Oberjörn als Durchfahrtsstraßen zu behandeln.

Viele Besucher kritisierten außerdem die städtische Straßenwartung. So meinte etwa Roswitha Schwarz: „Ich wohne hier seit 30 Jahren; in der Zeit ist keine Unterhaltung der Straße erfolgt. Die Tungendorfer zahlen aber für den Straßenerhalt.“



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