zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

22. Oktober 2017 | 01:11 Uhr

Tungendorfer pochen auf Lärmschutz

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bauausschuss soll Anlieger vor Auto- und Zugverkehr schützen

von
erstellt am 25.Nov.2015 | 00:33 Uhr

Wie viel Verkehrslärm müssen Hausbesitzer und Mieter hinnehmen? Und was kann die Stadt gegen die Überschreitung von Grenzwerten unternehmen, die die Bewohner eigentlich schützen sollen? – Der Stadtteilbeirat Tungendorf will es jetzt genau wissen. Mit einem Antrag an den Bauausschuss, der am kommenden Donnerstag, 3. Dezember, tagt, fordert der Stadtteilbeirat das Rathaus auf, Farbe zu bekennen. Die Stadt soll erklären, wie sie die Lärmbelastung rund um die Max-Johannsen-Brücke und der Brückenauffahrt im Bereich Ilsahl und Heidackerskamp in den Griff bekommen will.

Zuletzt hatten sich Anlieger vor allem von der Nordseite der Brückenauffahrt im Juli im Beirat öffentlich über die zunehmende Lärmbelastung durch Brücke und Bahnverkehr beklagt. Die Stadt bestätigt zwar die subjektive Wahrnehmung der Anlieger. Die Lärmimmission sei zwischen 2007 und 2012 nachweislich gestiegen, sowohl tagsüber als auch nachts würden Grenzwerte gerissen. Allerdings sieht sich die Stadt nicht in der Pflicht. Tiefbau-Fachdienstleiter Ralf-Joseph Schnittker verweist auf die Zuständigkeiten von Bund und Bahn, die für die Brücke verantwortlich zeichnen. Schallschutzwände allein an den Auffahrten wären „technisch sinnlos“, erklärte der Tiefbauchef dem Stadtteilbeirat.

Dort will man sich mit dieser Auskunft allerdings nicht abspeisen lassen. Der Beirat fordert jetzt konkrete Maßnahmen, die Lärmschutzvorgaben des Bundes für Wohngebiete umzusetzen und hofft dabei auf Unterstützung durch den Bauausschuss. Das von der Stadt angeforderte Konzept sollte dabei auch einen Zeitplan und eine Aufstellung der zu erwartenden Kosten beinhalten, heißt es in dem Antrag.

Besondere Brisanz erhält der Antrag, weil der Bauausschuss in derselben Sitzung auch über den von der EU vorgeschriebenen Lärmaktionsplan beraten will. In dem Gutachten werden die wichtigsten Verkehrsachsen der Stadt auf ihre Lärmausstrahlung bewertet und gegebenenfalls Vorschläge zur Verbesserung des Lärmschutzes unterbreitet.

Der Bauausschuss tagt am Donnerstag, 3. Dezember, um 17.30 Uhr im Rathaus.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen