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Holsteinischer Courier

17. Oktober 2017 | 15:22 Uhr

Tungendorf: Immer mehr Senioren

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bis 2030 nimmt die Zahl der Rentner drastisch zu / Insgesamt wird es weniger Tungendorfer geben

von
erstellt am 22.Mai.2014 | 13:50 Uhr

Die demografische Kurve abwärts macht auch vor Tungendorf nicht Halt: Während die Zahl der Tungendorfer in den kommenden 15 Jahren insgesamt spürbar abnehmen dürfte, wird der Anteil der Senioren deutlich zulegen.

Das ergibt sich aus der Bevölkerungsprognose für Neumünster, deren Eckdaten Volker Otzen von der Arbeitsgruppe Demografie jetzt im Stadtteilbeirat Tungendorf vorstellte. Danach wird es 2030 nur noch etwa 4300 arbeitsfähige Menschen (zwischen 15 und 65 Jahren) im Stadtteil geben, heute sind es etwa 5100. Der Verlust der „Arbeitsbevölkerung“ (-15,5 Prozent) trifft Tungendorf damit deutlich stärker als die Stadt im Durchschnitt (- 8,6 Prozent). Zugleich wird auch das Kinderlachen im Stadtteil deutlich seltener. So sinkt die Zahl der Kinder im Kita-Alter bis 2030 überproportional stark um 7,4 Prozent. Im Durchschnitt sind es in der Stadt „nur“ 6,1 Prozent.

Welche Konsequenzen sich aus der absehbaren Überalterung des Stadtteil ergeben könnten, mochte Otzen vor den rund 40 Besuchern der Beiratsitzung noch nicht sagen. Die politische Debatte beginne erst, sagte Otzen. Allerdings warnte er vor voreiligen Schlüssen. So bedeuteten weniger Kinder im Stadtteil nicht zwangsläufig auch weniger Kita- oder Schulbesucher, weil die natürlich auch aus benachbarten Stadtteilen oder dem Umland kämen.

Aufmunternden Applaus gab es in der Beiratssitzung für den 17-jährigen Sinan, der demnächst in einer Wohngruppe in der Schulstraße einziehen wird. Der junge Iraner hat seine Eltern auf der Flucht verloren und ist vor zwei Jahren als 15-Jähriger in Neumünster gestrandet. Unter der Obhut des Jugendamtes macht er derzeit eine Ausbildung an einer Berufsschule und will später seinen Meister als Bodenleger machen, wie er in erstaunlich gutem Deutsch ankündigte.

Hintergrund seiner kurzen Vorstellung im Beirat: Die Jugendhilfeeinrichtung „Iuvo“, ein Ableger der Norddeutschen Gesellschaft für Diakonie, baut derzeit an der Schulstraße eine neue Wohngruppe auf, in der Jungen ab 12 Jahren betreut werden sollen, die ohne Eltern aufwachsen müssen.

Wenig Hoffnung machte Stadtteilvorsteher Jürgen Böckenhauer Anliegern, die auf eine zügige Beseitigung von Schlaglöchern in den Wohnstraßen drängen. Lediglich in der Schulstraße soll voraussichtlich noch in diesem Jahr saniert werden. Die Tungendorfer Woche soll vom 27. Juni bis 6. Juli über die Bühne laufen.

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