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Anschlag in Istanbul : Türkei-Urlauber lassen sich kaum verunsichern

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Anschlag in Istanbul hat bislang kaum Auswirkungen auf das Reiseverhalten der Neumünsteraner.

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erstellt am 15.Jan.2016 | 07:30 Uhr

Neumünster | Der Selbstmordanschlag im türkischen Istanbul, bei dem am Dienstag zehn deutsche Urlauber ums Leben kamen, hat bislang kaum Auswirkungen auf das Reiseverhalten der Neumünsteraner.

„Man kann zwar ein zurückhaltenderes Buchungsverhalten für die Türkei feststellen, aber es gibt bislang keine einzige Stornierung und auch keine besorgten Kunden-Anfragen“, sagt Ralph Godbersen, Geschäftsführer des First-Reisebüros an der Wittorfer Straße. „Ein Satz, den ich den vergangenen Tagen häufig gehört habe, lautet: ‚Wir sollten uns die Freiheit nicht nehmen lassen und weiterhin reisen‘“, berichtet Godbersen, der seinen Kunden nicht von einem Türkei-Urlaub abraten würde: „Wo will man da die Grenze setzen? Ich würde mir die Lust am Reisen nicht verderben lassen.“

Da für die Türkei aktuell keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes vorliegt, seien auch keine kostenlosen Stornierungen möglich, erklärt Godbersen: „Einige Veranstalter bieten auf Kulanz-Basis jedoch Umbuchungen an. So etwas muss allerdings von Fall zu Fall geprüft werden.“

Stornierungen hat es auch im Reisebüro City-Reisen am Großflecken bislang nicht gegeben. „Es gab nur einige wenige Kunden, die nachgefragt haben, wie gefährlich es ist, derzeit in die Türkei zu fliegen, und was man vor Ort beachten sollte“, sagt Geschäftsführer Aytekin Tan, dessen Kunden zu 90 Prozent Reisen an die Türkische Riviera oder in die Ägais-Region buchen. Er betont, dass das Leben in der Türkei derzeit ganz normal weiterlaufe: „Die Touristen gehen dort wie üblich spazieren oder einkaufen. Nur in Istanbul wollten die Terroristen die Leute unruhig machen, und das haben sie leider geschafft.“

Auch im Reisebüro Zabel im Famila-Markt am Haart wurden bislang keine Reisen in die Türkei storniert. „Es ist allerdings seit den Anschlägen in Paris zu spüren, dass ein gewisser Buchungsrückgang in muslimische Länder zu verzeichnen ist“, sagt Inhaberin Dagmar Neumann. Ob ein Kunde eine Reise in die Türkei buchen sollte, sei eine persönliche Entscheidung, sagt die Reise-Expertin und verweist auf eine Stellungnahme des Bundesinnenministers. Thomas de Maizière hatte nach dem Selbstmordattentat betont, Deutsche sollten trotz des Terroranschlags auch in Zukunft in die Türkei reisen: „Wir hatten zwei große Anschläge in Paris. Wir können doch nicht sagen: Bitte geht nicht in Cafés, geht nicht in Konzerthäuser, geht nicht auf Straßen. Dann hätte der Terror ja schon gewonnen.“

Auch Metin Tan vom Reisebüro Orient an der Christianstraße will sich durch den Anschlag in Istanbul nicht verunsichern lassen. „Wir bieten im Frühjahr eine fünftägige Busreise für 40 Personen nach Istanbul an, für die es bereits 20 Buchungen gibt.“ Metin Tan ist überzeugt: „So ein Anschlag kann überall passieren, ich habe keine Angst. Deswegen biete ich diese Reise auch an.“ Auch er hat bislang keine einzige Stornierung oder Umbuchung für diese oder weitere Türkei-Reisen zu verzeichnen. Auch besorgte Kundenanfragen hätte es in den vergangenen Tagen nicht gegeben, bestätigt der Reise-Experte.

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