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Kleinflecken : Tuch+Technik feiert runden Geburtstag

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Am 13. Oktober 2007 wurde das Textilmuseum am Kleinflecken feierlich eröffnet. 24 000 Exponate werden in Ausstellung und Depot bewahrt

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erstellt am 11.Okt.2017 | 08:00 Uhr

Neumünster | Als Tuch + Technik vor zehn Jahren seine Tore öffnete, war das Interesse groß: 5000 Besucher strömten in den ersten drei Tagen an den Kleinflecken, um das neue Museum zu erkunden. Drei Tage lang soll jetzt auch das zehnjährige Bestehen gefeiert werden: Mit einem Festakt am Freitag, 13. Oktober, um 18 Uhr im Theatersaal der Stadthalle und mit dem Webermarkt am 14. und 15. Oktober (siehe Kasten).

Träger von Tuch + Technik ist die 2004 gegründete „Stiftung Museum, Kunst und Kultur der Stadt Neumünster“. Unter ihrem Dach wurde die Sammlung historischer Textilmaschinen des Fördervereins und der Bestand des alten Textilmuseums an der Parkstraße zusammengeführt. Die Stadt baute nach dem Entwurf der Architekten Wuttke und Kekeritz das Museumsgebäude mit der ganz bewussten Anmutung eines Industriebaus.

„Das kostete 3,8 Millionen Euro und erscheint recht hoch“, sagt Neumünsters früherer Kulturdezernent Günter Humpe-Waßmuth. Er ist seit Februar Vorsitzender des Fördervereins und hat wie Museumsdirektorin Astrid Frevert qua Amt Sitz und Stimme im Stiftungsvorstand. Der Anteil der Stadt war aber deutlich geringer, denn in die Finanzierung flossen Städtebaufördermittel, eine Sonderzuweisung des Landes und Spenden mit ein, so Humpe-Waßmuth. Die Stadt verkaufte zudem das alte Textilmuseum.

Am 17. August 2005 machte der damalige Ministerpräsident Peter Harry Carstensen den ersten Spatenstich. Noch vor Baubeginn war die Historikerin Dr. Sabine Vogel als Museumsdirektorin eingestellt und mit der Erarbeitung des Ausstellungskonzepts betraut worden.

Ein Pfeiler ist die ständige Ausstellung mit den historischen Textilmaschinen. „Das ist ein sehr innovatives Konzept, das die Geschichte der Textilproduktion aufzeigt, eng verwoben mit der Stadtgeschichte“, sagt Astrid Frevert. Neumünster gilt als Manchester des Nordens, war ein bedeutender Tuchmacher- und dann Textilindustrie-Standort. Die Maschinenvorführungen im Museum sind „ein Pfund, mit dem wir wuchern können und wollen“, sagt Astrid Frevert. Das Problem: Für die alten Maschinen gibt es keine Ersatzteile mehr und nur wenige Fachleute, die sie bedienen können. Tuch + Technik hat mit Anja Gottschalk und Klaus Jodehl den Vorteil, dass zwei der sieben festen Mitarbeiter noch bei Sager und Bartram in Neumünsters Tuchindustrie gelernt und gearbeitet haben.

Das Programm der bislang rund 60 Wechselausstellungen bedient drei Sparten. Neben der Textilkunst, etwa den Quilt-Ausstellungen, sind das stadt- und kulturgeschichtliche Schauen wie „Toast Hawaii und flotte Käfer“ oder „Wohnen in Neumünster in den 50er-Jahren“ sowie technisch ausgerichtete Mitmach-Ausstellungen. Frevert: „Neben dem Sammeln und Bewahren von Geschichte hat das Museum von Anfang an auch einen pädagogischen Ansatz.“ Tuch + Technik hat vom Start an zunächst mit Karin Ruhmöller, jetzt Anja Pöpplau eine Museumspädagogin fest angestellt. Die Projekte reichen von der Kindertechnik-Akademie bis hin zur Museobil-Box. „Wir sprechen hier alle Altersgruppen vom Kita-Kind bis zum Senioren an“, sagt Astrid Frevert.

Die Sammlung des Museums Tuch + Technik umfasst inzwischen mehr als 24  000 Exponate vom 20 Meter langen Dreikrempelsatz zur Garnherstellung bis zum kleinen Spinnwirtel. Das ist ein Stein mit einem Loch zum Beschweren der Spindel.

Klar, dass nicht alle Stücke im Museum auch gezeigt werden können. Das Gros schlummert im Depot, das sich in der Werkhalle der früheren Textilfachschule an der Klosterstraße befindet. Daneben gibt es seit 2013 das Textil- und Papierdepot für die empfindlichen Exponate in Wasbek. „Die Stücke als Kulturgut aufzubewahren, ist eine unserer Kernaufgaben“, sagt Museumsdirektorin Astrid Frevert.

Festakt und Webermarkt zum Jubiläum

Am Freitag, 13. Oktober, steht um 18 Uhr zunächst ein Festakt im Theatersaal der Stadthalle auf dem Programm. Höhepunkt wird eine Licht-Klang-Aufführung sein, die gemeinsam von der Künstlerin Gisela Meyer-Hahn und dem Cellisten Sonny Thet konzipiert wird. Der Eintritt hier ist frei, die Platzzahl begrenzt. Anschließend wird der Webermarkt eröffnet. Der Markt mit 32 Ausstellern ist am Sonnabend und Sonntag, 14. und 15. Oktober, jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Treffpunkt für Freunde hochwertiger Handwerkskunst  bietet individuelle und meist handgefertigte Kreationen aus feiner Seide, Wollstoffen und rustikalen Leinen- und Baumwollgeweben. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt,  Erwachsene zahlen 4 Euro, Schüler und Studenten 2 Euro (für jeweils beide Tage).

 

 

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