Grossenaspe : Trotz Bleivergiftung: Seeadler fliegt wieder

Noch eine letzte Untersuchung, dann wurde der Seeadler in Großenaspe wieder in die Freiheit entlassen.
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Noch eine letzte Untersuchung, dann wurde der Seeadler in Großenaspe wieder in die Freiheit entlassen.

Nach vier Wochen wurde der Greifvogel im Wildpark Eekholt wieder gesund in die Freiheit entlassen.

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10. Februar 2018, 08:30 Uhr

Grossenaspe | Gestern um 11 Uhr war es im Wildpark Eekholt so weit: Genau einen Monat nach seinem Auffinden wurde ein Seeadler gesund wieder in die Freiheit entlassen. Der Greif hatte eine Bleivergiftung und war in Eekholt gesund gepflegt worden.

„Es war ein erhebender Anblick, als der 15 Jahre alte Seeadler seine Transportbox verließ und nach kurzer Orientierung des weitläufigen Geländes mit kräftigen Flügelschlägen bei herrlichem Winterwetter in die Freiheit flog“, schwärmte Eekholt-Geschäftsführer Wolf-Gunthram von Schenck gestern. Große Freude herrschte bei allen Beteiligten über diese Erfolgsgeschichte, die ohne das Mitwirken und die Unterstützung der Projektgruppe Seeadlerschutz Schleswig-Holstein, der Wildtierärztin Dr. Elvira Freifrau von Schenck und dem Tierpflege-Team des Wildparks Eekholt nicht möglich gewesen wäre.

Der Seeadlerterzel – so heißen männliche Greifvögel, die um etwa ein Drittel kleiner sind als die Weibchen – hat eine Flügelspannweite von 2,40 Metern und ist damit der größte Greifvogel Westeuropas. Am 9. Januar war er geschwächt auf einem Feld in der Nähe von Bad Schwartau aufgegriffen worden. Der Vogel wurde zunächst in den Vogelpark Niendorf gebracht, wo er sieben Tage war. Am 16. Januar kam er in die zentrale Auffangstation für freilebende Seeadler im Wildpark Eekholt. „Der Adler war immer noch im geschwächten Zustand und ein kleines rundes röntgendichtes Gebilde im Magen des Adlers ließ den Verdacht aufkommen, dass es sich um eine Bleivergiftung handelt“, erklärte von Schenck. In der Blutuntersuchung konnte der Verdacht bestätigt werden.

Die Vogeltierärztin Dr. Petra Zsivanovits konnte das Bleischrot mit Hilfe eines Endoskopes aus dem Magen entfernen. Blei ist ein Nervengift und führt zu Schäden im Zentralnervensystem und zu Organzerstörung. Seit 2016 darf in Schleswig-Holstein nicht mehr mit bleihaltiger Büchsenmunition geschossen werden. Leider ist die Verwendung von Bleischroten auf Niederwild im Binnenland immer noch erlaubt. „Das wird den Adlern nach wie vor zum Verhängnis. 15 Prozent der Adler, die in die Pflegestation des Wildparks Eekholt eingeliefert werden, sind bleivergiftet“, sagt der Eekholt-Geschäftsführer.

Dieser Seeadler hatte viel Glück. Er erholte sich gut,der Bleiwert im Blut ist dank der Behandlung deutlich zurückgegangen, so dass er gestern kraftvoll abheben konnte.

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