Trockenheit: Vorsicht beim Kompost

Geschnittenes Gras sollte nicht auf offene, sondern in geschlossene Komposter geworfen und feucht gehalten werden, um einer Selbstentzündung vorzubeugen.  Foto: lipovsek
Geschnittenes Gras sollte nicht auf offene, sondern in geschlossene Komposter geworfen und feucht gehalten werden, um einer Selbstentzündung vorzubeugen. Foto: lipovsek

Die Berufsfeuerwehr warnt davor, Grasschnitt in offene Komposter und Zigaretten in Blumenkästen zu werfen / Obacht auch beim Grillen

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26. Mai 2012, 07:16 Uhr

neumünster | Die Aussichten für das lange Pfingstwochenende sind prächtig: Sonnenschein, warme Temperaturen und hier und dort vielleicht einmal ein warmes Lüftchen; optimale Voraussetzungen für Grillfreunde also. Doch wer die Kohlen anzündet, sollte wegen der anhaltenden Trockenheit besonders vorsichtig sein. "Jedes Jahr gibt es in Neumünster zahlreiche Brände, weil gewisse Sicherheitsregeln beim Grillen nicht beachtet wurden", sagt Wilhelm Duda von der Arbeitsgruppe vorbeugende Brand- und Gefahrenabwehr der Berufsfeuerwehr.

Zunächst einmal sollten nur zugelassene Grills verwendet werden, die feuerfest sind. Diese gehören dann auf einen festen Standplatz abseits von brennbaren Materialien. Mit den Anzündern sollte man sparsam umgehen und nur handelsübliche Modelle nutzen. "Brandbeschleuniger sind überflüssig und gefährlich", sagt Duda. Der Brandamtmann warnt zudem davor, in der Nähe des Grills leicht brennbare Stoffe am Körper zu tragen.

Wer in der Natur seine Wurst auf das Rost packen möchte, muss dafür ausgewiesene Grillplätze benutzen. "Feuer in Wäldern wie dem Stadtwald oder in einem Abstand von bis zu 100 Metern vom Waldesrand ist grundsätzlich verboten", erklärt Duda. Das gilt auch für das Dosenmoor, dessen Außenflächen noch nicht ausreichend vernässt sind. Erst im vergangenen Mai hatte es dort einen Großbrand gegeben.

Doch nicht nur beim Grillen entstehen jedes Jahr Brände in der Stadt. Mindestens ebenso gefährlich sind sogenannte Abflammgeräte zur Vernichtung von Unkraut. "Die sind beliebt, weil sie günstig sind. Doch wer unachtsam ist, setzt schnell mal sein Carport, die Hecke oder seine Gartenlaube in Brand", sagt Duda.

Auch weggeworfene Zigaretten verursachen gerade bei Trockenheit schnell ein größeres Feuer. "Wir haben allein jährlich zwei bis drei Blumenkästen, die in Flammen aufgehen, weil Raucher auf dem Balkon oder der Terrasse dort ihre Zigarette ausdrücken. Der trockene Torf in der Blumenerde ist nämlich eine echte Zündquelle", berichtet Duda. Schnell kann daraus auch ein Großbrand werden, wenn die Flammen etwa auf brennbare Fassaden übergreifen.

Was kaum einer weiß: Auch Grasschnitt auf dem Komposter kann zu einem gefährlichen Feuer führen. Immer öfter muss die Berufsfeuerwehr zu solchen Einsätzen ausrücken. "Wer leicht feuchten Grasschnitt auf einen offenen Komposter mit einer trockenen Oberschicht wirft, muss auch nach Stunden noch mit einer Selbstentzündung rechnen, weil Bakterien bei der Zersetzung Gase bilden", sagt Duda. Daher rät er Gartenbesitzern, den Schnitt in einen geschlossenen Komposter zu werfen und feucht zu halten.

Feuer durch weggeworfene Glasscherben oder auf trockenen Flächen abgestellte Autos mit Katalysator sind dem erfahrenen Feuerwehrmann im Stadtgebiet in den vergangenen Jahren zwar nicht bekannt. "Trotzdem sollte man aufpassen und eine Verschmutzung der Umwelt ohnehin vermeiden", sagt er.

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