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Rickling : Treff, Pflege, Bildung in der alten Schule

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Ricklinger berieten über die Nutzung des alten Gebäudes.

Rickling | Markttreff, Bildungszentrum oder Sozialstation: Die Nutzung der alten Schule an der Ricklinger Dorfstraße stand im Mittelpunkt des Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Wirtschaftsförderung.

Die alte Grund- und Hauptschule, deren ältester Teil 100 Jahre alt ist, wurde bereits entwidmet. 2013 schied der letzte Jahrgang aus der Schule. Das Haus hat ein Erdgeschoss, zwei Etagen und acht Klassenräume plus diverse Nebenräume. Während der Begehung war Olaf Prüß von der Aktiv-Region Holsteiner Auenland anwesend. In der anschließenden Sitzung referierte Prüß über drei Finanzierungsmöglichkeiten der zukünftigen Schulnutzung.

Die Aktiv-Region Auenland ist ein Programm, das für die Entwicklung des ländlichen Raums Fördermittel vom EU-Landwirtschaftsfond erhält und etwa 50 bis 60 Prozent zuschießt. Die neue Förderperiode läuft von 2015 bis 2020 und stellt insgesamt etwa 3 Millionen Euro bereit. Weiterhin verteilt das Land Schleswig-Holstein EU-Mittel im Rahmen der Nahversorgung mit etwa 55 Prozent. Ein Markttreff – ein Konglomerat verschiedener Geschäftszweige wie Lebensmittel, Apotheken, Ärzte – soll die Grundversorgung der Gemeinde absichern. Das dritte förderfähige Konzept, das Prüß vorstellte, enthält eine multifunktionale Nutzung der Schule in Form eines Familienzentrums mit dem Schwerpunkt Bildung. Auch in diesem Fall bezuschusst das Land mit EU-Mitteln etwa 55 Prozent.

Folgende Vorschläge kamen aus den Reihen der Bürger: Die Diakonie zieht eine Sozialstation in Erwägung, in der etwa ein Mittagstreff oder ein Demenztreff organisiert werden kann. „Wir suchen Räumlichkeiten für unseren häuslichen Pflegedienst, aber auch Betreuungsmöglichkeiten für Leute mit Demenz. Dafür brauchen wir sanitäre Anlagen, Barrierefreiheit und eine Küchenzeile“, erklärte Nils Martiensen von der Diakonie Altholstein während der Baubegehung. Die Vorsitzende des Seniorenbeirats, Margot Santen, meldete ebenfalls Platzbedarf an. Weitere Vorschläge waren eine Bibliothek sowie ein Jugendtreff. Der VHS-Dozent Ernst Timm schnitt ein altes Thema an: „Der allgemeine Wunsch im Dorf ist eine Arztpraxis.“

Es wurde beschlossen, das komplexe Thema bis zur nächsten Ausschuss-Sitzung im September innerhalb der Fraktionen zu besprechen und Bürger, Vereine und Verbände ins Gespräch einzubeziehen. Zudem plant Bürgermeister Christian Thomann (Wählergemeinschaft Aktive Bürger Rickling) eine Einwohnerversammlung, in der den Bürgern das Thema zur Diskussion und Meinungsbildung vorgelegt wird.

Ein weiterer Punkt der Sitzung betraf die Zukunft des Amtsgebäudes. Bis auf wenige Räume, die von der Außenstelle des Amts Boostedt-Rickling auch zukünftig genutzt werden, steht der Bau leer. Bis zum 30. September kann die Gemeinde Einfluss auf die Nachnutzung nehmen, anschließend entscheidet das Amt.

Die Frage, ob die Schule oder das Amtsgebäude den zukünftigen Dorfmittelpunkt bilden soll sowie die Zukunft des „Rentnerwohnheims“ werden ebenfalls bis zur nächsten Sitzung innerfraktionär besprochen.



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erstellt am 11.Mai.2014 | 17:00 Uhr

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