Traumurlaub endete als Horrortrip

Erschöpfte Touristen warten auf ihre Abfertigung, um endlich ausreisen zu können. Dr. Norbert Siebrasse machte die Aufnahme in U-Tapao. Foto: privat
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Erschöpfte Touristen warten auf ihre Abfertigung, um endlich ausreisen zu können. Dr. Norbert Siebrasse machte die Aufnahme in U-Tapao. Foto: privat

Andrea und Dr. Norbert Siebrasse erlebten im vermeintlichen Urlaubsparadies Thailand das nackte Chaos. Ihre Rückreise-Odyssee dauerte fast fünf Tage.

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02. Dezember 2008, 05:08 Uhr

Es sollte ein Traumurlaub werden – und endete für Andrea (49) und Dr. Norbert Siebrasse (54) in einem Horrortrip. "Wir wollten Thailand kennen lernen, haben Bangkok drei Tage lang auf eigene Faust erkundet, dann auf einer organisierten Tour in den Norden viel über Land und Leute erfahren", sagt Andrea Siebrasse. Im Urlaubsort Krabi erfuhr das Paar aus Husberg (Kreis Plön) dann durch einen Anruf ihres Sohnes Daniel von der Zuspitzung der politischen Unruhen. Das war am vergangenen Mittwoch. Tags darauf sollte es retour nach Deutschland gehen.
Siebrasse: "Im Hotel erfuhren wir, dass unser Flug storniert ist." Beide saßen – wie tausende andere Touristen – bei sintflutartigen Regenfällen auf Krabi fest. Eine Reiseleitung vor Ort? Fehlanzeige. "Der Informationsfluss war eine Katastrophe", sagt sie.
Am Donnerstag hieß es zunächst, es gehe nach Bangkok, dann am Abend: Es geht über Phuket zurück nach Deutschland. "Aber wir waren dort nirgends registriert, hatten keine Bordkarten", sagt Andrea Siebrasse. Während manche schon tagelang auf ihren Rückflug warteten, hatten Siebrasses noch Glück. Nach fünf Stunden Wartezeit auf dem Flughafen kam die nächste Ansage: Es geht per Kleinbus weiter nach Pattaya, wo die gestrandeten Touristen nach 13-stündiger Busfahrt ohne Verpflegung am Sonnabend erstmals kompetente Ansprechpartner fanden, die über die politische Situation und die Möglichkeiten, das Land zu verlassen, aufklärten. Siebrasse: "Es wurde von Anschlägen in Bangkok berichtet, die Autobahnen waren dicht. Als ich erfuhr, dass wir wieder nicht auf der Passagierliste stehen, habe ich fast einen Infarkt bekommen."
"Mir wurde wegen des Wasserverlustes ganz schlecht"
Mit Massen anderer Touristen ging es dann doch im Buskonvoi zum Militärflughafen U-Tapao. Siebrasse: "Auch hier herrschte ein einziges Chaos, Menschenmassen, Gedränge, keine Lautsprecherdurchsagen und unleserliche Passagierlisten." Für das Handgepäck tausender Fluggäste stand nur ein Durchleuchtungsgerät zur Verfügung. Bei stickigen 48 Grad Celsius mussten die Getränke abgegeben werden, der nächste Warteraum war eiskalt klimatisiert. "Mir wurde wegen des Wasserverlustes ganz schlecht", so Siebrasse, die trotz der Kreislaufprobleme und aufziehenden Erkältung nur noch ein Gedanke beherrschte: „Bloß raus aus diesem Land!"
Nach drei Stunden Wartezeit im Flieger hob die Maschine dann endlich am Sonnabend um 17 Uhr Ortszeit gen Düsseldorf ab. Am Sonntag Nachmittag trafen die Urlauber nervlich und gesundheitlich am Ende endlich in Husberg ein. Ihr Resümee: "Nie wieder Thailand."

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