Nachruf : Trauer um Lothar Heinz

Lothar Heinz
Lothar Heinz

Am 18. April starb der frühere Rektor der Ukerschule und langjährige Spielleiter der Niederdeutschen Bühne Neumünster (NBN).

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02. Mai 2015, 07:00 Uhr

Neumünster | Wohl kaum jemand hat sich so um die plattdeutsche Sprache und die niederdeutsche Bühne verdient gemacht wie Lothar Heinz. Am 18. April starb der frühere Rektor der Ukerschule und langjährige Spielleiter der Niederdeutschen Bühne Neumünster (NBN) im Alter von 87 Jahren. Die Trauerfeier und Beisetzung fanden auf seinen Wunsch im Familien- und engsten Freundeskreis statt.

Seit 1951, also 64 Jahre lang, war Lothar Heinz NBN-Bühnenmitglied, von 1960 bis 2004 war er „Speelbaas“, also Bühnenleiter und Vorsitzender des Vereins. Noch im Herbst 2014 führte er bei „Up ewig jung“ die Regie und stand – schon von Krankheit gezeichnet – bei „Wiehnachten bi de Nedderdütschen“ auf der Bühne, die ihm die Welt bedeutete.

„Lothar war einmalig, ein Phänomen“, sagt sein langjähriger Wegbegleiter Klaus Reumann und nennt Lothar Heinz einen „Bühnenleiter mit großem künstlerischen und menschlichen Einfühlungsvermögen. De hett’n Denkmaal verdeent.“

Ähnlich äußert sich ein anderer alter NBN-Mitstreiter. „Lothar Heinz hat die NBN weiter entwickelt vom reinen Laienspiel zur ambitionierten Amateurbühne und einer der führenden niederdeutschen Bühnen in Schleswig-Holstein“, sagt Wolfgang Schütz. Lothar Heinz holte neben den heiteren Komödien auch ernste und anspruchsvolle Stücke ins Repertoire und engagierte dafür auch Profi-Regisseure. Einer der Höhepunkte war sicher die Zusammenarbeit mit der Hamburger Staatsoper beim „Hamburger Freischütz oder De Bruutschuss“.

Organisatorisch sind die Einführung von Abonnementsringen, die Einführung der Silvesterpremieren und diversen Norddeutschen Bühnentagen seit 1973 in Neumünster zu nennen. Lothar Heinz war auch einer der Protagonisten bei der Gründung des Fördervereins der NBN, ohne den es heute die Studiobühne an der Klosterstraße nicht gäbe. Es überrascht nicht, dass Lothar Heinz sich auch beim Heimatbund, im Bremer Institut für Niederdeutsche Sprache und als Geschäftsführer des Niederdeutschen Bühnenbundes engagierte.

Auch als Pädagoge, erst an der Mühlenhofschule, dann von 1966 bis 1991 als Leiter der Ukerschule, begeisterte er Generationen von Schülern für das Theater und die niederdeutsche Sprache. Für seine Verdienste hat Lothar Heinz 1974 das Bundesverdienstkreuz erhalten. Die Stadt ehrte ihn 1977 mit der zum 875-jährigen Stadtjubiläum geschaffenen Caspar-von-Saldern-Medaille, der zweithöchsten Auszeichnung, die die Stadt nach der Ehrenbürgerschaft zu vergeben hat. 2002 verlieh ihm „Neumünster singt und spielt“ den Goldenen Notenschlüssel.

Lothar Heinz hinterlässt seine Frau Hanne, mit der er 59 Jahre verheiratet war, seinen Sohn Sönke mit dessen Frau Marlies sowie die Tochter Hilke, deren Mann Ulli und die Enkel Hauke, Heimke und Helge.

Die Niederdeutsche Bühne plant für Ende Mai noch eine Gedenkfeier für Bühnenmitglieder und geladene Gäste im NBN-Studiotheater an der Klosterstraße.

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