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Holsteinischer Courier

14. Dezember 2017 | 20:23 Uhr

Nachruf : Trauer um Dr. Gisela Wachholtz

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die frühere Verlegerin des Holsteinischen Couriers ist im Alter von 95 Jahren gestorben.

von
erstellt am 04.Apr.2017 | 08:15 Uhr

Neumünster | Die Stadt und der Holsteinische Courier trauern um eine große Verlegerin: Am Montag starb Dr. Gisela Wachholtz nach einem bis zuletzt erfüllten Leben im Alter von 95 Jahren.

Die Leitung des Holsteinischen Couriers und des Karl- Wachholtz-Verlages war der am 7. August 1921 in Lübeck geborenen Gisela Brinkmann nicht in die Wiege gelegt. Nach dem Abitur in Neumünster an der Klaus-Groth-Schule studierte sie Medizin und heiratete im Juni 1948 den Verleger Ulf Wachholtz, war als Ärztin tätig und promovierte. Drei Kinder – Uli (geboren 1949), Esther (1950) und Henner (1955) – schenkt sie ihrem Mann.

Dann kommt am 26. März 1969 der Schicksalsschlag: Ulf Wachholtz stirbt überraschend im Alter von nur 48 Jahren. Ungewollt wird Dr. Gisela Wachholtz von heute auf morgen Chefin des Holsteinischen Couriers und des Buchverlages. „Was da so alles auf mich einstürmte, war nicht schwach“, sagte sie vor sechs Jahren kurz vor ihrem 90. Geburtstag.

„Das waren heiße Zeiten mit mehreren Krisen der Zeitungen. Meine Mutter hat das damals mit Bravour gemeistert und war darin immer Vorbild. Sie hat deutliche Spuren in Neumünster hinterlassen“, sagt ihr ältester Sohn Uli, der 1974 in das Unternehmen eintrat. Seit dem Jahr 2000 gehört der Holsteinische Courier zum Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag sh:z. Vor fünf Jahren übernahm der Murmann-Verlag aus Hamburg den Buchverlag.

Dr. Gisela Wachholtz hatte sich zwar schon in 1990er-Jahren aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen, aber immer Anteil am Geschehen ihres Couriers, etwa als das Courier-Haus 2014 der Holsten-Galerie weichen muss. Beim Courier hieß sie stets respektvoll „Frau Doktor“.

Beeindruckend und nachwirkend ist ihr Engagement für Wirtschaft und Kultur. Die zahlreichen Ehrenämter sind hier gar nicht alle aufzuführen. So war sie Handelsrichterin am Landgericht, 12 Jahre lang Vizepräsidentin der IHK zu Kiel, im Vorstand des Zeitungsverlegerverbandes ebenso aktiv wie im Unternehmensverband.

Auch um die Kultur erwarb sie sich bleibende Verdienste, etwa als Kuratoriumsmitglied beim Schleswig-Holstein Musik Festival oder im Denkmalfonds, im Niederdeutsch-Beirat des Landtags oder als langjährige Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Kunst in Neumünster. Hier wurde sie im Dezember zum Ehrenmitglied ernannt, am vergangenen Freitag erst ernannte der Mittelholsteinische Golf-Club Aukrug die passionierte Golfspielerin zum Ehrenmitglied. Ministerpräsident Peter Harry Carstensen würdigte sie bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse 2007 als „Anwältin der Kultur in der Wirtschaft“.

Die Beerdigung ist am Donnerstag, 6. April, um 10.45 Uhr in der Auferstehungskapelle.

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