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„Verwaiste Eltern“ : Trauer um das geliebte Kind

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Alle zwei Wochen trifft sich die Gruppe zur Trauerarbeit bei Memoria

von
erstellt am 28.Dez.2013 | 17:00 Uhr

Gerade an Feiertagen wie Weihnachten ist das Gefühl von Trauer, Schmerz und Verlust besonders groß. In der Gruppe „Verwaiste Eltern“ finden Betroffene Halt, Trost, Verständnis und professionelle Hilfe durch Memoria, die gemeinnützige Gesellschaft für Trauerarbeit und Trauerbegleitung.

Der Begriff verwaiste Eltern ist etwas unpräzise, hat sich aber bundesweit eingebürgert. „Eigentlich sind Waisen elternlose Kinder. Wir sind kinderlose Eltern“, sagt Matthias. Er hat wie die anderen Eltern ein geliebtes Kind vor, während oder kurz nach der Geburt verloren. „Mit ihm sind Hoffnungen, Träume und Sehnsüchte gegangen“, sagt Stefanie.

Der Austausch mit anderen Betroffenen hilft. Trost und Beileid haben die Trauernden auch aus dem Kreis ihrer Familien, von Freunden und Kollegen erfahren. „Aber hier in der Gruppe ist es anders“, sagt Matthias. Das Verständnis von Nicht-Betroffenen habe Grenzen. Viele wüssten aus Unsicherheit nicht, mit der Situation umzugehen.

In der Gruppe, die sich seit gut einem Jahr alle zwei Wochen trifft, ist das anders. „Es tut gut, zu reden und auch verstanden zu werden“, sagt Martina. „Die Welt dreht sich weiter. Hier finden wir einen Pol des Innehaltens“, sagt Matthias. „Es fließen Tränen, es wird aber auch viel gelacht“, sagt Steffen.

„Der Kreis ist keine reine Selbsthilfegruppe, sondern wird professionell begleitet “, nennt Hartmut Kühl einen wichtigen Aspekt. Der frühere Diakon ist Leiter und Geschäftsführer von Memoria. Alle Teilnehmer sind sich einig: Die Trauer hat durch diese Begleitung eine Struktur bekommen. So beginnt jede Sitzung mit einer festen Zeremonie: Die verwaisten Eltern setzen Schwimmkerzen in eine Schale, entzünden sie und nennen die Namen ihrer gestorbenen Kinder.

Das Gefühl der Trauer wird bleiben. Aber die Teilnehmer wollen das Leben meistern und blicken nach vorne. „Alle Eltern kamen als Paare, und alle wurden erneut schwanger während der Trauerzeit“, sagt Hartmut Kühl.

Die Gruppe trifft sich alle 14 Tage mittwochs bei Memoria an der Plöner Straße 112. Kontakt: Hartmut Kühl, Tel. 92 77 38, www.memoria.org

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