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Hospiz-Initiative : Trauer-Café: Einladung zum Gespräch

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Neues Angebot der Hospiz-Initiative gibt Trauernden einen geschützten Raum / Offene Gespräche – über Trauer oder anderes

shz.de von
erstellt am 21.Aug.2015 | 07:45 Uhr

Neumünster | Das ist ein neues Angebot für Menschen, die einen Verlust erlitten haben: Die Hospiz-Initiative startet am Mittwoch, 2. September, ein „Trauercafé“ im Hospizzentrum an der Moltkestraße 8. Einmal im Monat haben Menschen in Trauer die Möglichkeit, hier vorbeizuschauen und andere zu treffen, denen es ähnlich geht. „Wir möchten die Menschen auffangen. Man kann über den Verlust sprechen, muss es aber nicht. Unser Trauercafé ist bewusst ein niedrigschwelliges Angebot“, sagt die Trauerbegleiterin Brigitte Lemke (68), die auch im Vorstand der Hospiz-Initiative ist.

Sie begleitet die Café-Gäste gemeinsam mit Marion Blumenhagen, ebenfalls Trauerbegleiterin und ehrenamtliche Mitarbeiterin, und der Ehrenamtlerin Anita Wenzel. Sie weiß aus Erfahrung: „Jeder Mensch erlebt seine Trauer unterschiedlich, und es gibt keine bestimmte Dauer, in der man trauert oder nicht mehr trauert. Manche trauern Jahre, manche beginnen damit erst nach Jahren des Schweigens.“ Häufig drängten aber Familie und Freunde die Trauernden, wieder „etwas Normales“ zu tun. „Sie haben das Gefühl, dass etwas nicht mit ihnen stimmt, weil sie immer oder erst dann trauern. Hier im Café treffen sie Betroffene, die auch einen Verlust erlitten haben, und erfahren, dass sehr wohl alles mit ihnen stimmt“, sagt Brigitte Lemke. Diskretion sei selbstverständlich, alles Gehörte verlasse nicht den Raum, das Café sei ein geschützter Raum, betont sie.

Im Gegensatz zu einer Trauer-Gruppe sei das Café ein offenes Angebot ohne Vorschriften und von unbegrenzter Dauer: „Man kann kommen und gehen, wie man möchte, nur zehn Minuten bleiben oder auch den ganzen Nachmittag. Wir ermutigen die Menschen, denn hier dürfen sie sich trauen, über ihre Trauer zu reden, wir haben ein offenes Ohr“, sagen Brigitte Lemke und Marion Blumenhagen. Auf Wunsch ist auch ein Einzelgespräch möglich, denn es sind immer mindestens zwei Damen anwesend. „Es können aber auch Kontakte zu anderen geknüpft werden, die Besucher können Gemeinschaft erleben und sich auch außerhalb zum Kaffeetrinken verabreden. Wir wollen die Menschen nicht allein lassen“, sagen sie.

Wichtig ist ihnen, dass das Café unabhängig von Konfessionen ist und dass der Besuch kostenlos ist. Treffen ist jeden ersten Mittwoch im Monat von 15 bis 17 Uhr.

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