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Holsteinischer Courier

17. Oktober 2017 | 12:28 Uhr

Aukrug : Traubenkirsche soll verbannt werden

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Eine Wiese mit wertvollen Heidenelken und Bergsandglöckchen will der Aukruger Bund schützen.

von
erstellt am 24.Jan.2014 | 18:33 Uhr

Die Knickpflanzaktion, die der Aukruger Bund für Natur- und Landschaftsschutz in Innien veranstaltete, hat gleich mehrere positive Effekte: Der mit heimischen Strauch- und Baumarten neu bepflanzte Knick soll künftig vielen Vogel- und Insektenarten als Lebensraum dienen, und die aus Amerika stammende spätblühende Traubenkirsche wird zurückgedrängt, um eine Wiese mit wertvollen Heidenelken- und Bergsandglöckchen-Vorkommen zu schützen.

„Dies ist einer der bedeutendsten Standorte für Bergsandglöckchen und Heidenelken in Schleswig-Holstein“, stellte Bund-Chef Jörg Rowehl fest, während er mit seinen Vereinskollegen bei strömendem Regen neue Knick-Bäumchen und
-Sträucher anpflanzte. Seit 25 Jahren schon pflegt der Aukruger Bund für Natur- und Landschaftsschutz die gemeindeeigene Wiese auf dem Neuth in Innien, wo es neben flächendeckenden Vorkommen der seltenen Heidenelke (lateinischer Name: Dianthus deltoides) und des Bergsandglöckchens (Jasione montana) noch drei weitere Pflanzen von der Roten Liste gibt: Sumpfschafgarbe (Achillea Ptarmica) und Doldiges Habichtskraut (Hieracium umbellatum) in kleiner Anzahl sowie Knäuel (Scleranthus annuus) in großer Anzahl.

Gefahr durch Überwucherung droht all diesen seltenen Pflanzenarten durch die spätblühende Traubenkirsche, die den benachbarten Knick vollständig eingenommen hat. „Diese Traubenkirsche hat die Forstwirtschaft mal aus Amerika eingeführt, weil sie schnell wächs. Aber das hat sich nun zum Fluch entwickelt, weil sie alle anderen Pflanzen überwuchert, und das ist genau das Problem, das wir hier haben“, weiß Rowehl, “ Die Amerikanische Traubenkirsche wird bekämpft, indem man sie etwa einen Meter über dem Boden kappt und ihre neuen Triebe dann regelmäßig wieder runter schneidet. „Das ist eine Methode, die auch vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Flintbek empfohlen wird“, sagt Rowehl. Ziel ist es, die spät blühende Traubenkirsche so lange zu schädigen, bis sie kapituliert.

Der Vorsitzende des Aukruger Bundes ist zuversichtlich, der unerwünschten Einwanderin aus Amerika in absehbarer Zeit den Garaus zu machen: „Wir hoffen, dass der Knick in zwei bis drei Sommern traubenkirschenfrei sein wird.“ Ebereschen, Weißdorn, Pfaffenhütchen, Holunder, Hainbuchen, Eichen und Hartriegel pflanzten die ehrenamtlichen Landschaftspfleger des Aukruger Bundes. „Wir pflegen die Landschaft, aber wir verbinden das immer auch mit Geselligkeit. Wer Lust hat, bei uns mitzumachen, kann sich gern melden“, sagt Rowehl (Tel. 0 48 73 / 96 04). “

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