Bad am Stadtwald : Traglufthalle ist schon wieder gesperrt

Die Befestigungsseile einiger Lampen sind aus der Verankerung gerissen. Jan Svab von der tschechischen Firma Paranet war gestern in der Traglufthalle damit beschäftigt, die Sturmschäden zu beseitigen.
Die Befestigungsseile einiger Lampen sind aus der Verankerung gerissen. Jan Svab von der tschechischen Firma Paranet war gestern in der Traglufthalle damit beschäftigt, die Sturmschäden zu beseitigen.

Der Sturm richtete Schäden an der äußeren Hallenhaut an. Der Betrieb kann voraussichtlich erst morgen wieder aufgenommen werden.

shz.de von
14. Januar 2015, 05:00 Uhr

Neumünster | Tom Keidel hatte es sich gerade zuhause gemütlich gemacht, als der Alarm bei ihm einging. Der heftige Sturm am Wochenende hat die neue Traglufthalle im Bad am Stadtwald beschädigt. Seit Montag und noch voraussichtlich bis zum morgigen Donnerstag ist sie komplett gesperrt. „Es fallen auch Schul- und Vereinsschwimmen aus“, sagt der Bereichsleiter Bäder bei den Stadtwerken. Er beauftragte sofort die Reparatur. Arbeiter aus Tschechien sind mittlerweile vor Ort.

Auf den ersten Blick ist nicht viel zu sehen. „Der Wind hat die äußere der drei Hallenhäute an den Nahtstellen aufgerissen. Einige Befestigungen und Seile sind zudem aus der Führung gesprungen. Die Verankerung aber hat gehalten“, erklärt Keidel. Beim zweiten Hinschauen erkennt man aber, warum er keine Minute überlegte und die Halle sofort dicht machte. Ventilatoren hängen schief, Verankerungen der Lampen sind abgerissen. „Der Sturm hatte echt Kraft. Wenn so eine Lampe auf ein Kind gestürzt wäre, hätte es sich schwer verletzen können. Die Betriebssicherheit geht immer vor“, betont Keidel, der noch zu gut die Situation nach dem Orkan „Christian“ vor 15 Monaten vor Augen hat. Damals entstand ein Schaden von rund 400 000 Euro, als die Traglufthalle zusammenfiel. Wie hoch die Kosten diesmal sind, weiß Keidel noch nicht. Fest steht: Die Versicherung der Stadtwerke zahlt: „Es gibt da keine Probleme.“

Die neuerliche Unterbrechung bedauert der Bad-Chef. „Wir setzen alles daran, so schnell wie möglich fertig zu werden. Wenn die Arbeiter ihr Okay geben, überprüfen unsere Techniker noch einmal alles. Dann kann es wieder losgehen.“ Solange gebe es für einige Vereine die Möglichkeit, auf das Hallenbad auszuweichen. Insgesamt sei die neue, im vergangenen Jahr eingeweihte Traglufthalle aber stabiler und sicherer als das Vorgängermodell. Vor allem der Edelstahlrahmen und ein Stahlnetz stützen das 350 000 Euro teure Konstrukt. Es besteht aus insgesamt drei Schichten: der Hauptschicht, einer Isolierschicht und der Außenschicht. Ein Windmesser auf dem Dach reguliert automatisch den Druck im Innenraum über ein Gebläse.

Die gesamte Technik hat auch bei dem Zwischenfall funktioniert. „Der Druck hat gehalten, der Alarm ist losgegangen. Das ist alles so gelaufen, wie es sollte“, sagt Keidel. Bei der Frage, ob der erneute Sturmschaden Auswirkungen auf seine Pläne für ein festes Gebäude über dem Sportbecken habe (der Courier berichtete), gibt er sich diplomatisch: „Das müssen wir abwarten.“

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