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20. Oktober 2017 | 03:41 Uhr

Rathaus : Tränen bei der SPD in Neumünster

vom

Wechselbad der Gefühle in Neumünster: Im Laufe des Wahlabends kippt der Trend für die SPD. Die CDU darf jubeln. Entsetzen herrscht über das Ergebnis der NPD.

shz.de von
erstellt am 28.Mai.2013 | 07:49 Uhr

Neumünster | "Das klingt schon gut", sagte SPD-Chef Fred Brocksema bei der Wahlpräsentation im Rathaus. Nach acht von 48 Wahlbezirken lagen die Sozialdemokraten mit knapp 40 Prozent vorne und holten um 18.24 und 18.28 Uhr durch Andreas Kluckhuhn und Thorsten Klimm die ersten beiden Direktmandate. "Jetzt haben wir schon Fraktionsstärke", flachste Bernd Delfs.
Doch dann kippte der Trend, die CDU holte auf und zog vorbei. Das erste Mandat sicherte sich unter Applaus Britta Einfeldt. "Wolf, es geht doch", beglückwünschte der CDU-Vorsitzende Torsten Geerdts seinen Parteifreund Wolf-Werner Haake zum Wiedereinzug in die Ratsversammlung. "Sabine, Jaaa" - auch die bisherige Fraktionsvorsitzende Sabine Krebs hatte es kurz vor 19 Uhr geschafft. Dann eine kleine Sensation in Tungendorf: Gerhard Lassen (CDU) setzte sich im "roten" Tungendorf gegen den SPD-Spitzenkandidaten Uwe Döring durch, der mit versteinerter Miene kurze Zeit später ging. Auch Klaus Grassau (CDU) schaffte das gegen Jürgen Böckenhauer (SPD).

"Die NPD vertritt nicht unsere Demokratie"


Als einziger Tungendorfer gewann SPD-Fraktionschef Andreas Hering sein Duell gegen Helga Bühse (CDU). Es war der letzte der 22 Direktwahlkreise, der Urnengang war längst zugunsten der CDU entschieden. "Das ist schon eine Enttäuschung", sagte Hering. Es gab auch Tränen, etwa von Stella Steinmann-Di Santo (SPD), der 43 Stimmen gegen Gerd Kühl (CDU) fehlten. Rats-Neuling Barbara Woop (CDU) war dagegen schier aus dem Häuschen.
Als klar war, dass die NPD mit nur 1,6 Prozent einen Sitz errungen hatte, waren viele schon gegangen. Propst Stefan Block vom Runden Tisch für Toleranz und Demokratie bedauerte, dass es trotz des "breiten demokratischen Schulterschlusses" nicht gelungen war, die NPD aus dem Rat zu halten. Auch Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras sah das so: "Die NPD vertritt nicht unsere Demokratie." Tauras bedauerte die nochmal deutlich gesunkene Wahlbeteiligung. Die Ratsversammlung werde "bunter, Mehrheiten werden schwieriger".
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