Übernachtungszahlen : Touristen entdecken Neumünster

Arne Lewandowski zeigt Magazine und Apps, mit denen die Stadt für Veranstaltungen wirbt.
Arne Lewandowski zeigt Magazine und Apps, mit denen die Stadt für Veranstaltungen wirbt.

Übernachtungszahlen des ersten Quartals erneut gestiegen. Stadt plant Hotelmarkt-Studie.

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23. Mai 2018, 08:00 Uhr

Neumünster | Lange Zeit galten die Neumünsteraner nicht gerade als die besten Botschafter ihrer Heimatstadt. Besucher sehen das von außen anders und die Stadt viel positiver. Immer mehr Touristen entdecken Neumünster als Ausflugsziel. So verbuchten die Hotels und Pensionen im ersten Quartal mit knapp 20 100 Ankünften im Vergleich zu dem Vorjahreszeitraum ein Plus von gut 15 Prozent. Bei den knapp 40 250 Übernachtungen liegt das Plus gegenüber den ersten drei Monaten 2017 bei knapp 6 Prozent.

Seit 2012 steigen die Übernachtungszahlen – mit Ausnahme einer Mini-Delle 2016 – kontinuierlich und teils sogar zweistellig. Für Arne Lewandowski, der bei der Stadt das Tourismusmanagement verantwortet, ist das Datum 2012 kein Zufall. „Seit wir das Designer-Outlet-Center haben, ist der Zuwachs groß“, so Lewandowski.

„Wir haben ja schon Anker wie die großen Pferdeveranstaltungen in den Holstenhallen, aber das Outlet-Center beschert Neumünster weitere ausländische Gäste“, sagt Lewandowski. Vermehrt verzeichneten die Hotels auch sogenannte Stop-Over-Gäste. So bezeichnen Touristiker Gäste, die – auf oder von dem Weg in den Urlaub – einen Zwischenstopp machen. Lewandowski: „Die Skandinavier verknüpfen solche Aufenthalte gerne mit ein wenig Luxus – zum Beispiel bei der Hotelkategorie oder gutem Essen, Wellnessangeboten und Einkaufen.

Die Stadt habe zwei große Standbeine: „Die Leute kommen, weil sie in Neumünster shoppen wollen oder einen Geschäftstermin haben. Die Holstenhallen seien mit mehr als 800 Veranstaltungen und Messen mit rund einer Million Besuchern ein großer Touristen-Magnet.

Gut 800 Betten gibt es zurzeit in den Hotels der Stadt. „Weil die Nachfrage beständig gestiegen ist, lassen wir als Stadt Neumünster gerade eine Bedarfsanalyse und Hotelmarkt-Studie erstellen“, so Lewandowski. Es gehe dabei nicht darum, den alten Kuchen neu zu verteilen, sondern zu fragen: Besteht Bedarf? Wenn ja, für welche Gäste-Klientel, mit welchem Budget und wo sind geeignete Standorte, die Neumünster aufwerten können?

Tagesgäste locke die Stadt auch mit ihrem Kulturangebot. Zu nennen seien hier der Gerisch-Skulpturenpark, das Museum Tuch + Technik, das Künstlerhaus Stadttöpferei, der Kunstflecken, Theater und Konzerte in der Stadt- und Holstenhalle, das Schleswig-Holstein Musik Festival, das Straßenmusikfestival Ba-Da-Boom, der Tierpark oder das Bad am Stadtwald. An weiteren Events in der Innenstadt locken die verkaufsoffenen Sonntage, das Stadtfest Holstenköste sowie die Wein-, Schlemmer- und Stoffköste.

Auch von Radtouren-Angeboten könne Neumünster profitieren. Die Stadt liegt am Ochsenweg und Vicelinweg. Lewandowski: „Im Binnenland ist Radfahren ein Pfund. Wir können nicht mit Nord- und Ostsee punkten, wohl aber mit der zentralen Lage.“ Dänemark, Hamburg und die Küsten seien in recht kurzer Zeit zu erreichen. Umgekehrt seien Tagesgäste an Nord- und Ostsee schnell hier in Neumünster.

Die Stadt bewirbt sich und ihre touristischen Ziele und Angebote in Broschüren und Magazinen wie „Stadtliebe“. Es wird von der „Marketingkooperation Städte in Schleswig-Holstein“ herausgegeben und hat mit „Stadtliebe2go“ auch einen Internetauftritt.

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