Neumünster : Toter lag geknebelt in der Wohnung

In diesem Mehrfamilienhaus am Schleusberg/Ecke Schleusaubrücke wohnte Frank O.  Foto: Fotos (2): Ziehm
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In diesem Mehrfamilienhaus am Schleusberg/Ecke Schleusaubrücke wohnte Frank O. Foto: Fotos (2): Ziehm

Ein mysteriöser Todesfall in Neumünster beschäftigt Staatsanwalt und Kripo. Die Polizei fand in der Nacht zu Montag einen 32-Jährigen geknebelt und gefesselt in seiner Wohnung am Schleusberg.

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26. Juli 2011, 11:21 Uhr

Neumünster | Hinter der Wohnungstür im zweiten Stock des Mehrfamilienhauses am Schleusberg 25 hat sich etwas Schreckliches abgespielt: Der Mieter Frank O. ist tot. Die Kriminalpolizei und die Kieler Staatsanwaltschaft ermitteln.
Polizisten fanden den 32-Jährigen in der Nacht zu Montag um 1 Uhr leblos in seiner Wohnung. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen. "Kurz zuvor hatte sich ein 20-Jähriger bei der Polizei gemeldet", teilten die Staatsanwaltschaft und die Polizeidirektion in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. Der 20-Jährige habe angegeben, seinen Freund in der Wohnung gefunden zu haben. Beim Eintreffen der Beamten waren außer dem Anrufer noch weitere Personen in der Wohnung. Wer und wie viele - dazu sagt die Polizei nichts.
Auch ein Unfall kann als Todesursache nicht ausgeschlossen werden
Sehr mysteriös sind auch die Umstände, denn nach Courier-Informationen war der tote Frank O. gefesselt und geknebelt. Da fällt es schwer, die Aussage der Behörden zu verstehen, denn die teilten knapp mit: "Zurzeit kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um einen Unfall handelt."
Den 20-jährigen Anrufer nahm die Polizei auf der Stelle als Tatverdächtigen fest. Er befindet sich inzwischen aber wieder auf freiem Fuß, da nach Angaben der Staatsanwaltschaft momentan nichts auf ein vorsätzliches Tötungsdelikt hindeute. Was hat sich in der Wohnung am Schleusberg abgespielt? "Wir müssen abwarten, was die Obduktion und die weiteren Ermittlungen ergeben", sagte die Kieler Oberstaatsanwältin Birgit Heß auf Anfrage.
Nachbarin: "Dass es so endet, hätte ich nicht gedacht"
Zwölf Mietparteien gibt es in dem Haus, das der Baugenossenschaft Holstein gehört. Die Bewohner waren gestern geschockt. "Ich habe nur den Krach gehört", sagte Sabina Krispenc (18), die im Urlaub bei ihrer Mutter zu Besuch ist. Als sie am Sonntag gegen 23.30 Uhr schlafen ging, sei es noch ordentlich laut gewesen. "Meine Mutter ist gegen 3 Uhr mit dem Hund raus, da war alles voller Polizei", sagte sie.
Frank O. wohnte erst seit Februar im Haus, sagte eine Nachbarin, die ihren Namen nicht nennen möchte. Sie habe bei den Begegnungen im Treppenhaus nur wenige Worte gewechselt, dabei habe Frank O. einen "netten Eindruck gemacht", sagte die Nachbarin. Eines habe sie aber gestört: "Die lauten Partys. Es war richtig oft laut hier. Er hatte öfter Besuch, junge Männer in Schwarz, nur Männergesellschaft", sagte die Nachbarin und ist entsetzt: "Dass es so endet, hätte ich nicht gedacht."
(shz)

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