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Neumünster : Tote Frau im Fass – Familie glaubt an Mord

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Die Geschwister der Toten sind auf der Suche nach der Wahrheit – denn Totschlag verjährt, Mord nicht.

shz.de von
erstellt am 02.Dez.2016 | 16:26 Uhr

Hannover/Neumünster | Im Fall der vor 24 Jahren in Hannover in ein Fass eingeschweißten Frau will die Familie der Toten dem Ehemann nachweisen, dass er seine Frau damals ermordet hat. „Bisher haben Sie gelogen. Sagen Sie uns endlich die Wahrheit“, appellierte der Bruder der damals 26 Jahre alten Frau, Hubertus Sander, am Freitag. „Warum und auf welche Weise musste unsere Schwester sterben, bevor sie von Ihnen in ein Fass eingeschweißt wurde?“, heißt es in einem von Anwalt Matthias Waldraff veröffentlichten Aufruf.

Die Leiche der Frau wurde kürzlich in dem Fass in Neumünster entdeckt, dorthin war der Ehemann der Frau umgezogen. Weil er vorgab, seine Frau im Streit getötet zu haben, wertete die Staatsanwaltschaft den Fall zunächst als Totschlag, der verjährt ist. Der Mann blieb auf freiem Fuß. Mord hingegen kann nicht verjähren.

Anwalt Waldraff sagte, die Familie gehe nun in die Offensive. In der kommenden Woche will der Jurist Einzelheiten zu den Ermittlungen und dem Mann offenlegen, um den sozialen Druck zu erhöhen. Formal seien die Ermittlungen noch nicht eingestellt.

Zur besonderen Tragik des Falls gehört, dass nach dem Verschwinden der jungen Frau 1992 deren drei Schwestern sowie der Bruder bei der Polizei Alarm schlugen. Die Beamten nahmen aber keine Ermittlungen auf, weil der Ehemann sagte, man habe sich getrennt und die Frau sei ins Ausland gezogen.

Nach langem Bemühungen der Angehörigen stieg die Polizei in Hannover 2013 in den Fall ein. Sie konfrontierte den Ehemann mit Widersprüchen, so dass er die Beamten im September zu dem Fass führte, mit dem er von Hannover nach Neumünster umgezogen war.

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