Bach-Oratorium : Tosender Applaus für die Musiker beim Weihnachtskonzert

Tenor Knut Schoch und Sopranistin Nadine Balbeisi verzauberten das Publikum in der Vicelinkirche mit ihren wunderbaren Stimmen.
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Tenor Knut Schoch und Sopranistin Nadine Balbeisi verzauberten das Publikum in der Vicelinkirche mit ihren wunderbaren Stimmen.

Rund 300 Besucher genossen in der Vicelinkirche eine rundum gelungene Aufführung

shz.de von
06. Januar 2015, 12:00 Uhr

Neumünster |  An den Sammelstellen in der Stadt türmen sich seit Tagen geplünderte Weihnachtsbäume. Für viele Menschen scheint die Weihnachtszeit bereits mit dem zweiten Feiertag beendet zu sein – nicht so für die 300 Besucher, die am Sonntagabend in die Vicelinkirche kamen.

Für sie endet die Weihnachtszeit mit dem Christusfest Epiphanias, der Erscheinung des Herrn, am 6. Januar. Auch deshalb begrüßten sie die Möglichkeit, in den Genuss der wenig gespielten Kantaten IV bis VI des Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach zu kommen, die mit der Ankunft der drei Weisen aus dem Morgenland am 6. Januar ihren Schlusspunkt finden und passend am Sonntag nach Neujahr von den Gesangssolisten Nadine Balbeisi (Sopran), Christine Wehler (Alt), Knut Schoch (Tenor) und Christian Palm (Bass) sowie dem Concerto Lübeck unter der Leitung von Konzertmeisterin Anna Melkonyan und dem Bach-Chor unter der Gesamtleitung von Dr. Karsten Lüdtke dargeboten wurden.

 „Kantate V gehört für mich zu den schönsten, die Bach je geschrieben hat“, meinte Kantor Lüdtke. Um so mehr freue er sich, dass „sein“ Bach-Chor den äußerst anspruchsvollen Eingangschor „Ehre sei dir, Gott, gesungen“ so wunderbar gemeistert habe. Auch, dass er mit Hannes Rux einen international bekannten Trompeter nach Neumünster holen konnte, erfülle ihn ein wenig mit Stolz, sagte Lüdtke.

Bei der Wahl der Solisten scheint Karsten Lüdtke ein gutes Händchen zu haben. Mit leichter, schlanker Stimme konnte die Sopranistin Nadine Balbeisi gleich an mehreren Stellen überzeugen. Ihre Arie „Flößt, mein Heiland, flößt dein Namen“ mit dem wunderbar gesungenen Echo von Chorsängerin Marén Dreier und der betörenden Begleitung durch Karla Schröter auf der Oboe gehörte zweifellos zu einem der Höhepunkte des Abends.

Im Terzett „Ach, wenn wird die Zeit erscheinen“ demonstrierten Balbeisi, die Altistin Christine Wehler und Tenor Knut Schoch ihre großartigen Stimmen gemeinsam mit dem virtuosen Violinen-Solo von Anna Melkonyan. Beeindruckend auch: das Recitativo à 4, als die vier Solisten gemeinsam auf der Bühne standen und der Wechselgesang von Chor und Alt in „Wo ist der neugeborene König der Juden?“.

„Für uns Chorsänger ist es eine große Freude und ein Ansporn, mit so exzellenten Musikern und Sängern gemeinsam zu konzertieren“, sagte Henning Möbius nach dem Konzert. Für den Neumünsteraner, der seit 50 Jahren im Bach-Chor singt, beinhalten die Kantaten IV bis VI des Weihnachtsoratoriums sogar noch glanzvollere und schönere Stücke als die ersten drei Teile. Dass Karsten Lüdtke plane, das gesamte Oratorium nun alle zwei Jahre in der Vicelinkirche aufzuführen, freue ihn deshalb besonders.

Mindestens 300 Konzertbesucher werden ihm zustimmen. Sie entließen die Musiker am Sonntagabend mit Bravo-Rufen und tosendem Applaus.

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