Chorkonzert : Tolle Reise in die russische Seele

Der 50-stimmige Chor erfüllte die Johanneskirche mit wunderbaren Klängen.
Der 50-stimmige Chor erfüllte die Johanneskirche mit wunderbaren Klängen.

Der Kieler Rachmaninow-Chor begeisterte nicht nur musikalisch, sondern war auch ein geistliches Erlebnis.

shz.de von
12. Juni 2018, 17:00 Uhr

Neumünster | Ein ganz besonderes Musikerlebnis erwartete die rund 80 Besucher am Sonntagabend in der Wittorfer Johanneskirche. Erstmalig war der bekannte Rachmaninow-Chor aus Kiel hier zu Gast.

„Eine Weltpremiere für unsere Johanneskirche und eine ganz andere Kirchenmusik als die, die wir gewohnt sind.“ Mit diesen Worten stimmte Pastor Michael Marwedel in seiner Begrüßungsrede die Gäste auf das Konzert an diesem Abend ein. Unter der Leitung von Dr. Gunther Strothmann nahm der rund 50-stimmige Chor die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise durch die orthodoxe Liturgie.

Unter dem Titel „Musikalische Ikonen“ präsentierten die Sänger ausgewählte Teile aus der Liturgie op. 31 nach dem Heiligen Johannes Chrysostomos. Mit diesem Stück, das Sergej Rachmaninow selbst zu seinen besten Chorarbeiten zählte, hat der Komponist ein exzellentes Werk orthodoxer Kirchenmusik geschaffen, das mit faszinierenden Klängen – Rachmaninow fächert den Chor in bis zu zwölf Stimmen auf – den geistlichen Inhalt transportiert.

In der kleinen Kirche mit ihrer wunderbaren Akustik erlebten die Zuhörer eine fantastische Darbietung des Chores, der die Teile der Liturgie in original kirchenslawischer Sprache sang. Bemerkenswert waren die Erläuterungen des Dirigenten und Chorleiters Dr. Gunther Strothmann zur orthodoxen Liturgie und den einzelnen Musikstücken, mit denen er den Besuchern eine ebenso wertvolle wie informative Orientierungshilfe gab.

Auf diese Weise wurde das Konzert für die Zuhörer zu einem kulturellen und geistlichen Erlebnis. „Das ist immer wieder etwas Besonderes und immer wieder schön, diese wunderbaren Stücke zu singen“, erklärt Sänger Martin Werner-Jonathal, selbst Leiter zweier Chöre. Durch ihn war der Kontakt zwischen Johanneskirche und Rachmaninow-Chor zustande gekommen. Pastor Marwedel war am Ende genauso begeistert wie die Zuhörer, die den Chor und seinen Dirigenten mit viel Applaus verabschiedeten.

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