Neuer Künstler : Töpfer Wang Qi freut sich auf den Weihnachtsmarkt

Wang Qi ist schon dabei, erste Entwürfe zu gestalten.
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Wang Qi ist schon dabei, erste Entwürfe zu gestalten.

Der Chinese Wang Qi ist der letzte Gastkünstler des Jahres in der Stadttöpferei.

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22. November 2013, 05:30 Uhr

Wang Qi ist erst seit vier Tagen Gast in der Stadttöpferei am Fürsthof 8 und war schon sehr produktiv. Die ersten zwei Entwürfe sind schon gestaltet. Der 41-jährige Chinese ist der letzte Gastkünstler des Jahres und schon sehr gespannt darauf, Neumünster heute bei einer Stadtführung kennenzulernen. Vor allem aber freut er sich auf einen Bummel über den Weihnachtsmarkt, der am Montag seine Pforten öffnet.

Dass Wang Qi sehr gut deutsch spricht, ist leicht erklärt: Von 2001 bis 2007 lebte und studierte der in Tian Jin bei Peking geborene Künstler in Deutschland und machte hier bei Professor Joachim Brandt in Höhr-Grenzhausen sein Keramik-Diplom. Seitdem lehrt er als Dozent an der Akademie für Kunst und Design in Guang Zhou im Süden Chinas. Für knapp vier Wochen, bis zum 12. Dezember, residiert er als Gastkünstler am Fürsthof.

Ein wiederkehrendes Thema in Wang Qis Arbeiten ist der Baum im Blumentopf. Dabei steht der Baum als Metapher für den Menschen, während der Blumentopf die Gesellschaft symbolisieren soll. Wer sich für seine Keramikkunst interessiert, kann ihm beim offenen Atelier jeweils dienstags bis freitags von 14 bis 16 Uhr und am Sonnabend von 10 bis 12 Uhr über die Schulter gucken. Eine Abschlusspräsentation mit einem Workshop ist für Mittwoch, 11. Dezember, ab 18.30 Uhr geplant. Der Eintritt ist frei.

Das Interesse an und die Reaktionen auf das neue Gastkünstler-Programm sind groß. „Wir hatten zuvor in 25 Jahren zehn Künstler, jetzt zehn Künstler in einem Jahr“, sagte die künstlerische Leiterin der Stadttöpferei, Danijela Pivasevic-Tenner. Die von einer Jury aus 125 Bewerbern ausgewählten Stipendiaten 2013 stammen aus sieben Ländern und lebten und arbeiteten jeweils kostenfrei für etwa vier Wochen am Fürsthof.

Gäste waren der Italiener Giorgio di Palma, Ismet Yüksel und Elvan Serin aus der Türkei, Mimi MacPartlan, Steve Belz und Marc Leuthold aus den USA, der Serbe Iva Kukuric, die Deutsche Stephanie Link, Louise Sille Krogh-Jacobsen aus Dänemark und jetzt Wang Qi. Er hatte über das Fachmagazin „Neue Keramik“ vom Gastkünstler-Programm erfahren und sich über das Internet beworben. Im Frühjahr 2014 kommt der nächste Stipendiat.

„Neumünster profitiert durch diese renommierten internationalen Künstler“, ist Danijela Pivasevic-Tenner überzeugt. Auch Gabi Wachholtz aus dem Vorstand der Kulturstiftung des Landes ist sich sicher: „Das erhöht unsere Reputation.“ Die Landes-Stiftung ist neben der Dr.-Hans-Hoch-Stiftung, der Stiftung der Sparkasse Südholstein und der Wobau einer der wichtigsten Förderer des Künstlerhauses. Gabi Wachholtz: „Mit diesem Projekt fördern wir ein Alleinstellungsmerkmal von Neumünster.“

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