Tönsheider Wald gehört jetzt der Schrobach-Stiftung

Deutsche Rentenversicherung Nord verkauft Tönsheider Wald im Naturpark Aukrug an die "Kurt und Erika Schrobach-Stiftung"

shz.de von
03. März 2012, 03:59 Uhr

AUKRUG | Der Tönsheider Wald hat den Besitzer gewechselt. Die Kurt-und-Erika-Schrobach-Stiftung" hat 107 Hektar der insgesamt 136 Hektar großen Waldfläche von der Deutschen Rentenversicherung Nord, die in Tönsheide die Fachklinik Aukrug betreibt, erworben. Um die Pflege der Wanderwege und der neuen Infotafeln wird sich ab sofort der Naturschutzring Aukrug kümmern.

"Das ist ein Projekt, das für alle Beteiligten nur Vorteile bringt", meint Cordelia Wiebe, die Geschäftsführerin der Kurt-und-Erika-Schrobach-Stiftung, nach dem Erwerb des Tönsheider Walds: "Dieser Bereich kann sich nun neben dem Boxberg zu einem weiteren Highlight im zentralen Naturpark Aukrug entwickeln." Die Schrobach-Stiftung wurde 1991 als gemeinnützige Stiftung des bürgerlichen Rechts gegründet und hat sich seitdem zur größten privaten Naturschutz-Stiftung in Schleswig-Holstein entwickelt. Die Stiftung verfügt mittlerweile über insgesamt 2500 Hektar Fläche, auf denen sie ihre Naturschutzprojekte verwirklichen kann. 2007 ging der Boxberg in den Besitz der Schrobach-Stiftung über. Genauso wie der Boxberg gehört auch der nun von der Stiftung erworbene Tönsheider Wald zum europäischen Schutzgebietsystem "Natura 2000". 60 der insgesamt 136 Hektar wurden 1995 zum Naturschutzgebiet erklärt. "Hier gibt es Lebensräume von landes-, bundes- und europaweiter Bedeutung", sagt Cordelia Wiebe.

"Die Altwaldbestände hier wurden seit über 30 Jahren nicht mehr bewirtschaftet und sind dabei, sich zu einem Urwald zu entwickeln", stellt Cordelia Wiebe fest, "Bäume können hier ihr natürliches Alter erreichen, und viele Bäume sind auch schon umgekippt, weshalb hier auch viele Pilzarten vorhanden sind."

Beim Tönsheider Wald handelt es sich um einen selten gewordenen Lebensraum, den man als "lichten Wald" oder "Heidewald" bezeichnet. Besonderes Merkmal eines "lichten Waldes" sind einzeln stehende Bäume, die sich frei entfalten konnten, und nun die Landschaft prägen.

Verwaltungsdirektor Erhard Eder von der Fachklinik Aukrug bezeichnet den Verkauf des Tönsheider Walds an die Stiftung als "Win-Win-Situation": "Für uns war die Unterhaltung des Walds wirtschaftlich nicht mehr abbildbar. Wir sind froh, dass wir mit der Stiftung und dem Naturschutzring so kompetente Partner gefunden haben."

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen