Unfall auf der A7 mit einer Toten : Tödlicher Unfall mit Handy am Steuer: Berufung gegen Freispruch des 71-Jährigen

Der völlig zerstörte VW Polo der Frau steht am 18. Januar 2017 neben der Fahrbahn im Grünstreifen.
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Der völlig zerstörte VW Polo der Frau steht am 18. Januar 2017 neben der Fahrbahn im Grünstreifen.

Mögliche Whatsapp-Nutzung hielt das Gericht nicht für die Ursache des Unfalls, bei dem eine 34-jährige Mutter starb.

shz.de von
14. Juni 2018, 10:22 Uhr

Kiel/Neumünster | Nach dem Freispruch eines 71-Jährigen im Prozess um den Unfalltod einer Mutter auf der A7 hat die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. In dem Verfahren ging es um eine mögliche Whatsapp-Nutzung am Steuer. „Uns hat das Urteil nicht überzeugt“, sagte der Kieler Oberstaatsanwalt Axel Bieler am Donnerstag. Die Anklagebehörde bewerte das Gutachten anders als das Amtsgericht Neumünster. „Es geht auch um eine Signalwirkung.“ Autofahrer seien verpflichtet, am Steuer jederzeit Obacht zu geben. Zuvor hatte „NDR 1 Welle Nord“ über die Berufung berichtet.

Das Amtsgericht hatte den Mann nach dem Tod der Frau auf der A7 bei Bad Bramstedt am Dienstag vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen. Es sei nach der Anhörung eines Unfallgutachters und eines Polizeibeamten nicht auszuschließen, dass der Unfall – unabhängig von einer möglichen Handynutzung des Angeklagten – unvermeidbar war, urteilte das Gericht.

Laut Bieler hatte der Autofahrer laut Gutachten unmittelbar vor dem Unfall Mitte Januar 2017 Whatsapp auf seinem Smartphone genutzt. Zu der tödlichen Kollision kam es, als der Mann seinen Wagen bei Tempo 120 nach einem Überholmanöver wieder auf die rechte Fahrspur lenkte und das Auto der Frau mit rund 60 km/h von der Standspur zurück auf die Autobahn fuhr. Die 34-Jährige starb, ihr acht Monate alter Sohn überlebte mit leichten Verletzungen.

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