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Kunstflecken : Tingvall-Trio zündete ein Jazz-Feuerwerk der Extraklasse

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nordische Melodien und südamerikanische Rhythmen brachte die Zuhörer in der Werkhalle ins Schwärmen

shz.de von
erstellt am 28.Sep.2015 | 08:30 Uhr

Neumünster | Schon nach wenigen Takten vom ersten Stück „Den Gamia Eken“ ihrer neuen CD „Beat“ brach der Jubel im Publikum los und wollte auch nach drei Zugaben am Ende nicht aufhören: Was die drei Musiker des Tingvall-Trios, Martin Tingvall (Piano/Komposition), Omar Rodriguez Calvo (Bass) und Jürgen Spiegel (Drums) auf der Bühne der Werkhalle am Freitagabend boten, war atemberaubend.

„Wahnsinnig gut gespielt, sowohl als Trio, als auch als Solisten. Wir sind hin und weg. Das kann man nicht in Worte fassen. So voll inspiriert, so fantastisch“, sagten übereinstimmend Sarah Kopp und Jerg-Robert Dillmann aus Flensburg und trafen wohl den Nerv aller Gäste im ausverkauften Haus.

Poesie, Improvisationslust, Virtuosität und Perfektion im Ensemble und als Solisten zeichnete die drei Musiker aus. Dabei führten insbesondere die differenzierten Musikstile, die starken skandinavischen Melodien bei Tingvall, der lateinamerikanische Sound des Kubaners Calvo und der Rock/Pop des deutschen Spiegel zu einem famosen Ensemble-Spiel. Es kam ein ganz eigener Tingvall-Beat-Sound daher, präsentiert mit einem erfrischenden Melodienreichtum und balladenhaften Spiel.

Besonders begeisterte die Jazz-Fans die Spiellaune des Trios: Je schneller der Rhythmus, je mehr Freude zeichnete sich auf den Gesichtern der Musiker ab. Diese extravagante wilde Lust übertrug sich augenblicklich auf die jubelnden Zuhörer. Beim „Beat-Train“ etwa, der wie ein Expresszug losging, wie auch bei anderen Stücken, war das Fingerspiel von Tingvall optisch kaum mehr nachzuvollziehen. Und Spiegel trieb mit seinem sich rauschartig steigernden Rhythmus die beiden andern noch an, die aber problemlos mithielten. Hochgeschwindigkeit in Perfektion.

Die Werkhalle schien aus den Fugen zu geraten. Wer die Drei erlebte, kann mühelos nachvollziehen, dass sie zu den besten Jazzern gehören, die gegenwärtig auf Deutschlands Bühnen stehen. Drei „Echos“ sowie vier „Jazz Awards“ belegen ihre Qualität.

Der Jazzclub, Gastgeber des Konzerts, nutzte die Stimmung, den Fans „Jazz Orange“ (Peter Goden/ Alt-Sax, Stephan Scheja/ Piano, Christian Wolff/Bass und Georg von Kügelgen/Drums), eine Formation aus dem Neumünsteraner Umland, vorzustellen. Sie präsentierte Stücke ihrer ersten Studio-CD.

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