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Kunstflecken : Tingvall-Trio begeisterte mehr als 300 Jazzfans

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

So richtig skandinavisch, stellte sich Pianist Tingvall vor: „Hej, ich bin der Tastenmann.“

shz.de von
erstellt am 30.Sep.2013 | 11:00 Uhr

Selbstverständlich war das Konzert des Tingvall-Trios am Freitag in der Werkhalle ausverkauft – obwohl die drei Musiker schon mehrfach in Neumünster zu Gast waren. Seit einigen Jahren räumen der schwedische Pianist und Komponist Martin Tingvall, der kubanische Bassist Omar Rodriguez Calvo und der deutsche Schlagzeuger Jürgen Spiegel mit ihren Alben die Echos und Jazz Awards nur so ab („Norr“ allein erhielt drei Awards, das neue Album „Vägen“ direkt auf Platz 1 in den deutschen Pop-Charts). Dennoch oder gerade deshalb kamen die drei mit einer einnehmend lockeren Art auf die Bühne.

So richtig skandinavisch, stellte sich Pianist Tingvall vor: „Hej, ich bin der Tastenmann.“ Bei einem Stück betonte er extra: „Jetzt nach Noten!“ Nach einem Song über schwedisches Bier folgte ganz locker „Helig“ (Heilig). Ihre Musik, bunt gemixt von Pop und Jazz, war weitgehend geprägt von skandinavischer Melodiosität, die Bilder wie nebliges Land oder tosende Meeresbrandung entstehen lässt sowie Einkehr und Besinnlichkeit. Unmittelbar daneben wie etwa bei „Trolldans“ und „Monster“ rockten sie die Halle mit ihren musikalischen Gefühlsausbrüchen. Die Zuhörer waren begeistert.

Neben diesem nordischen Jazz kamen bei den fantastischen Soli der Drei ihre nationalen Besonderheiten zum Tragen, was die Musik ungemein bereicherte: Calvos Bassspiel ist eben lateinamerikanisch, und Spiegels Schlagzeugpart ist vom westlichen Rock geprägt. Gemeinsam war ihnen, und das war in jeder musikalischen Sequenz zu spüren, die Freude am Musizieren und am Improvisieren.

Das Konzert war ein tolles Erlebnis für die über 300 Gäste in der Halle, die mit ihrem langanhaltenden Beifall das Trio zu drei Zugaben forderte. Der gastgebende Jazzclub Neumünster sollte sie unbedingt wieder einladen. Das tolle Trio kommt bestimmt, denn der Jazzclub gehört ja selbst jetzt auch zu den Preisträgern: Für ihr kulturelles Live-Musik-Programm erhält er in dieser Woche den erstmals deutschlandweit ausgeschriebenen „Spielstätten-Förderpreis 2013“.



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