Tierschutzverein Neumünster : Tiertafel soll ausgebaut werden

Tierheim-Mitarbeiterin Claudia Feddern überreicht Hundefutter für Beagle-Dame Sanja an Anja Kruse. Die ehemalige Fachkraft für Palliativmedizin hat nur eine geringe Rente und ist froh über das Angebot des Tierschutzvereins.
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Tierheim-Mitarbeiterin Claudia Feddern überreicht Hundefutter für Beagle-Dame Sanja an Anja Kruse. Die ehemalige Fachkraft für Palliativmedizin hat nur eine geringe Rente und ist froh über das Angebot des Tierschutzvereins.

Angebot alle 14 Tage wird sehr gut angenommen / Stadt prüft noch immer den Antrag auf Wiedereröffnung des Tierheims

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01. März 2018, 07:45 Uhr

Neumünster | Die Schlange gestern Morgen ist noch vergleichsweise überschaubar. Knapp 20 Männer und Frauen stehen um 9 Uhr vor dem geöffneten Fenster des ehemaligen Katzenhauses in der Tierauffangstelle und warten trotz der bitteren Kälte geduldig, bis sie an der Reihe sind. Normalerweise kommen im Schnitt rund 25 Besucher zur Tiertafel – Tendenz steigend. Alle zwei Wochen verteilt der Tierschutzverein Neumünster Futter für Hunde, Katzen, Nager und Co. an Menschen mit nachgewiesenem geringen Einkommen wie Rentner, Studenten und Hartz-IV-Empfänger. „Wir haben pro Termin ein bis drei Neuanmeldungen“, sagt Dr. Stephanie Jette Uhde, Leiterin des Tierheims.

Unter den Wartenden ist auch Anja Kruse. Seit zwei Monaten kommt die Rentnerin aus der Böcklersiedlung regelmäßig vorbei, um sich für ihre Beagle-Dame Sanja (6) Futter abzuholen. Sie ist dankbar für die Einrichtung. „Ich habe nur eine geringe Rente. Deshalb ist das hier eine tolle Sache“, erklärt die ehemalige Fachkraft für Palliativmedizin, während Tierheim-Mitarbeiterin Claudia Feddern ihr Nass- und Trockenfutter sowie Leckerlis in die Einkaufstasche packt. Am Anfang habe sie schon etwas Schamgefühl gehabt, gibt sie zu. „Aber hier wurde ich mit offenen Armen willkommen geheißen.“

Dem stimmt auch Regina Bubert zu. „Ich wusste erst gar nicht, dass es in Neumünster eine Tiertafel gibt.“ Eine Bekannte habe sie darauf aufmerksam gemacht. Die Hartz-IV-Empfängerin ist aus dem Vicelinviertel angereist. Zuhause warten zwei Hunde und eine Katze auf einen gefüllten Napf.

Das, was verteilt wird, stammt aus insgesamt 15 Spenden-Boxen des Tierschutzvereins, die in Neumünsteraner Geschäften stehen. Einmal in der Woche fährt eine Tierheim-Mitarbeiterin diese ab, um sie zu entleeren. „Wir sind froh und glücklich, dass die Bürger so viel spenden“, sagt Stephanie Jette Uhde. Warum dabei regelmäßig in etwa doppelt so viel Katzen- wie Hundefutter zusammenkommt, weiß sie nicht. „Es scheint mehr Katzenfreunde zu geben.“

Weil das Angebot so gut angenommen wird, soll es vermutlich ab Frühsommer einen weiteren Termin für die Tiertafel geben. „Wir werden immer öfter gefragt, ob wir nicht auch mal am Nachmittag öffnen können. Aber dafür müssen wir erst einmal das Personal haben“, sagt die Tierheim-Leiterin.

Unterdessen prüft die Stadtverwaltung laut Thorben Pries, Büroleiter von Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras, weiter, ob sie die Betriebserlaubnis für die Tierauffangstelle ausstellt.

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