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Nach Turnier-Ausfall in Neumünster : Tierseuche Rotz: Pferdehalter in SH sind wachsam

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nachdem bei einem Pferd in Niedersachsen Antikörper der Seuche gefunden wurden, ist die Stimmung unter norddeutschen Pferdehaltern angespannt. Doch der Einzelfall ist kein Grund zur Panik.

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2015 | 06:00 Uhr

Aukrug | Nachdem in der vergangenen Woche bei einem Pferd in Niedersachsen Antikörper der bakteriellen Infektionskrankheit Rotz (Burkholderia mallei) festgestellt wurden, sind auch die Pferdebesitzer im Umland von Neumünster alarmiert. Die Seuche ist hochansteckend und in Deutschland zuletzt 1955 aufgetreten.

Vor dem Seuchenverdacht in Niedersachsen hatte das betroffene Pferd in zwei Ställen in Schleswig-Holstein gestanden. Vorsichtshalber wurde in Neumünster am Wochenende sogar die Qualifikation für die VR-Classics in den Holstenhallen abgesagt. „Dass die Teilnehmer und der Club der Springreiter (CdS) Schleswig-Holstein-Hamburg als Veranstalter das Turnier ausfallen ließen, war eine reine Vorsichtsmaßnahme“, sagt der CdS-Vorsitzende Harm Sievers aus Tasdorf. Jetzt hofft der Tasdorfer Profi auf Entwarnung für Schleswig-Holstein. Für einen Betrieb im Land wurde die Sperrung bereits aufgehoben, für drei weitere stehen die Untersuchungsergebnisse noch aus. In diesen Ställen war das infizierte Tier vorübergehend gehalten worden.

Die Pferdehalter im Umland von Neumünster bewahren Ruhe: „Wir haben hier allein fünf Pferdebetriebe mit Reithallen innerhalb von einem Kilometer“, meinte der Aukruger Bürgermeister und Pensionsstallbetreiber Nils Kuhnke. Eine Pferdeseuche wie der Rotz wäre eine Katastrophe für die schleswig-holsteinischen Pferdefreunde. Allerdings gelte es, Ruhe zu bewahren und abzuwarten. Der Einzelfall aus Niedersachsen sei kein Grund zur Panik. „Ein wenig Achtsamkeit und unnötige Kontakte mit fremden Pferden und Ställen vermeiden, das dürfte zunächst reichen“, sagt Kuhnke.

Nachdem die Krankheit fast 60 Jahre lang nicht mehr in Deutschland aufgetreten ist, stimmt der aktuelle Fall Harm Sievers nachdenklich. Immerhin werde aktuell bei Pferdeverkäufen etwa in die USA und nach Südamerika wieder auf Rotz untersucht, nachdem der alte sogenannte Gewährsmangel fast von der Bildfläche verschwunden war. Früher begründeten sogenannte Gewährsmängel das Recht zur Rückabwicklung des Pferdekaufs.

Wo sich das Pferd aus Niedersachsen angesteckt hat, ist bislang unklar.
 

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