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Tierauffangstelle : Tierschutzverein will Betriebserlaubnis

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Antrag und Konzept für den Betrieb liegen vor / Staatsanwaltschaft bestätigt mehrere Verfahren wegen Tierwohlgefährdung

Neumünster | Im Streit um die Unterbringung von Fundtieren rückt eine Entscheidung offenbar immer näher: Elf Monate nach der Schließung der Tierauffangstelle durch die Veterinäraufsicht hat der Tierschutzverein nun offiziell eine neue Betriebserlaubnis beantragt. „Wir können bestätigen, dass der Tierschutzverein einen Antrag für eine Erlaubnis zum Betreiben eines Tierheims nach Paragraf 11 Tierschutzgesetz gestellt hat“, teilte Stadtsprecher Stephan Beitz gestern auf Nachfrage knapp mit. Eine entsprechende Frist für einen Antrag mit einem umfassenden Konzept endete am Dienstag. Eine weitere Stellungnahme lehnte die Stadt ab.

„Nach konstruktiven Gesprächen mit Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras gibt es positive Signale, dass wir den Betrieb wieder übernehmen können. Wir hoffen nun auf die zugesagte schnelle Prüfung in der Verwaltung“, erklärte der Vorsitzende des Tierschutzvereins, Martin Heinze. Die damals vorgelegte umfangreiche Mängelliste, die sich auf „die vorhandenen Räumlichkeiten, deren Einrichtungen, die Hygiene und das Tiergesundheitsmanagement“ bezieht, sei abgearbeitet. Heinze: „Wir können umgehend wieder starten.“ Zudem sicherte er zu: „Sobald die Betriebsgenehmigung vorliegt, ziehen wir die Klage gegen die Stadt wieder zurück.“

Zuletzt hatte der Tierschutzverein auch Rückendeckung aus der Politik bekommen (der Courier berichtete). Heinze betonte, der Betrieb der Tierauffangstelle funktioniere aber nur, wenn auch die Fundtiere aus Neumünster dort wieder abgegeben werden: „Auf den finanziellen Zuschuss ist unser Verein angewiesen. Sonst lohnt sich das nicht.“

Unterdessen hat die Kieler Staatsanwaltschaft mehrere Verfahren gegen den Tierschutzverein bestätigt. „Es geht dabei um Tierwohlgefährdung“, teilte Oberstaatsanwalt Axel Bieler mit. Wann die Ermittlungen zu Ende gebracht würden, könne er nicht sagen. Nach Courier-Informationen droht dem Tierschutzverein zudem Ärger um die Anerkennung der Gemeinnützigkeit.

Elisabeth Haase, Chefin des Kieler Tierheims, bekräftigte auf Nachfrage nochmals, dass der Vertrag über die Fundtiere mit der Stadt Neumünster Ende des Jahres ausläuft. „Ich hätte nie gedacht, dass es bei dem Thema in Neumünster so viele Probleme gibt. Aber irgendwann muss die Stadt mal auf eigenen Füßen stehen.“ In den vergangenen sechs Wochen hat das Kieler Tierheim laut Haase allein aus Sicherstellungen der Veterinärbehörde 26 Katzen, 38 Hunde und sieben Vögel aufnehmen müssen.

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erstellt am 06.Jul.2017 | 08:00 Uhr

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