Streit in Neumünster : Tierschutzverein erteilt Hausverbot

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Der Tierschutzverein wirft offenbar mehreren Mitgliedern Satzungsverstöße vor und setzt sie vor die Tür. Ein Gadelander will sich das nicht gefallen lassen.

shz.de von
30. September 2017, 09:00 Uhr

Neumünster | Friedrich-Wilhelm Rohlf versteht die Welt nicht mehr. Seit 1985 sind seine Frau und er Mitglied im Tierschutzverein. Doch nun hat ihm der Verein den Ausschluss mitgeteilt. Für den Gadelander ist das ein rechtswidriges Verhalten. Er hat Widerspruch eingelegt. Daraufhin erhielt er für die Anlage an der Geerdtsstraße 61 Hausverbot. Friedrich-Wilhelm Rohlf ist enttäuscht und verbittert. Warum er vor die Tür gesetzt wurde, ist ihm unklar.

„Ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen. Hier geht es doch gar nicht mehr um den Tierschutz“, sagt Rohlf und verweist auf das Schreiben, dass er vor wenigen Tagen im Briefkasten hatte. „Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass wir ehrenrührige, unwahre Aussagen Dritter über das Geschäftsgebahren des Vorstandes juristisch verfolgen lassen, sofern sie dazu geeignet sind, das Ansehen des Tierschutzvereins öffentlich in den Schmutz zu ziehen und uns bei der Wiedereröffnung eines Tierheims zu beeinträchtigen“, schreibt der 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins, Martin Heinze, für den geschäftsführenden Vorstand.

Beendet ist für Rohlf die ganze Angelegenheit damit aber noch lange nicht. „Es wurde mir satzungswidrig mitgeteilt, dass der Ältestenrat angeblich beschlossen hat, mich als Vereinsmitglied auszuschließen“, sagt er und nennt dafür gleich mehrere Gründe. Zum einen sei der Ältestenrat gar nicht mehr funktionsfähig. „Auch dort wurden Mitglieder rausgeschmissen oder sind gegangen, ebenso nach meinen Kenntnissen im Wirtschaftsrat. Deshalb konnte das Gremium gar nicht tagen und nichts beschließen“, behauptet Rohlf. Auch hätte der Ältestenrat ihn über den Ausschluss informieren müssen und nicht der 1. Vorsitzende.

Zudem habe er nicht gegen die Satzung verstoßen. Darin heißt es in Paragraf 11 unter Absatz 3: „Der Ausschluss eines Mitgliedes kann erfolgen, wenn dieses seinen Verpflichtungen vorsätzlich oder groß fahrlässig nicht nachkommt. Der Ausschluss kann ebenso erfolgen, wenn das Verhalten des Mitgliedes geeignet ist, das Ansehen oder die Interessen des Vereins schwer zu schädigen. Über den Ausschluss lautenden Beschluss steht dem Mitglied die Berufung auf der darauf folgenden Mitgliederversammlung zu. Diese entscheidet endgültig mit einfacher Mehrheit.“

Genau diesen Weg will Friedrich-Wilhelm Rohlf nun auch gehen. „Ich werde die Mitglieder entscheiden lassen“, sagt er. Allerdings eingeladen wird er dazu nicht mehr. „Wir möchten jedoch an dieser Stelle ebenfalls auf die Vereinssatzung verweisen, in der festgelegt ist, dass der vorliegende Beschluss keinerlei aufschiebende Wirkung hat. – Sie werden deshalb keine Einladung zur Mitgliederversammlung erhalten“, heißt es in dem Schreiben von Heinze.

Interessant findet Friedrich-Wilhelm Rohlf auch, dass seine Frau zum „4-Augen-Gespräch“ schriftlich eingeladen wurde. Sie ist ebenfalls seit 1985 Mitglied.

Weder Martin Heinze noch Tierheim-Leiterin Dr. Stephanie Jette Uhde wollten sich gestern zu dem Sachverhalt gegenüber dem Courier äußern. Stadtsprecher Stephan Beitz erklärt auf Nachfrage: „Im Moment finden keine Gespräche mit dem Tierschutzverein statt. Am Sachstand hat sich insofern nichts geändert.“

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