Neumünster : Tierpark wird ökologisches Kleinod

Moritz Kruse und Tierpark-Chefin Verena Kaspari stehen auf der kleinen Wiese mit den Bienenstöcken von Imker Klaus Burmeister.
Moritz Kruse und Tierpark-Chefin Verena Kaspari stehen auf der kleinen Wiese mit den Bienenstöcken von Imker Klaus Burmeister.

Ein Blühplan soll Wildbienen und Faltern ganzjährig Nahrung ermöglichen. Der Bienenlehrpfad wird in die pädagogische Arbeit einbezogen.

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19. Juli 2018, 08:30 Uhr

Neumünster | Geht die Saat an heimischen Wildblumen auf, wird sich der Tierpark noch mehr zu einem ökologischen Paradies für Bienen, Falter und andere Insekten entwickeln.

Mit Hilfe eines Traktors wird zurzeit ein Areal zu einer Feuchtwiesenlandschaft hergerichtet. Nach dem Fräsen und Mulchen ist dort schon die entsprechende Saatmischung aufgebracht. „Das wird ein ganz tolles einheimisches Biotop und für unsere Besucher durch pädagogische Elemente auch erlebbar gemacht“, sagt Tierpark-Leiterin Verena Kaspari.

Der kleine Teich in der Nähe ist bereits renaturiert und wird von verschiedenen Amphibien wie Kröten oder Molchen, aber auch von Libellen und anderen Insekten, als Biotop angenommen. Auch die zwölf Bienenvölker von Imker Klaus Burmeister haben einen neuen Standort direkt neben der Tierpark-Verwaltung gefunden.

Der Platz ist zwar eingezäunt, aber gut für die Besucher einsehbar. Am alten Standort war es schattig und nass, was zu Verlusten bei den Bienenvölkern führte. Zum neuen Konzept für einen „Naturerlebnisraum im Tierpark“ gehört auch ein Blühplan. Ziel ist es, zu jeder Jahreszeit etwas Blühendes als Nahrung für heimische Insekten zu bieten. Erstellt haben den Plan Tierparkmitarbeiter Moritz Kruse, der selbst auch Hobbyimker ist, und Manuela von Geisberg. Die Gärtnerin und Landschaftsarchitektin arbeitet bei der Firma Volker Thullesen, die etliche Pflanzen stiftete. „Der Tierpark bietet trotz des hohen Baumbestands vielfältige Möglichkeiten“, so Kruse, „wir können jede offene Stelle für unsren Blühplan nutzen und wollen das auch.“ Zehn der 24 Hektar des Tierparks sollen so eingebunden werden, betont Tierpark-Chefin Verena Kaspari. Viele Wildbienenarten, Tag- und Nachtfalter seien bedroht, da es in der Kulturlandschaft zu wenig Nahrung für sie gebe.

Dabei ist Abhilfe oft einfach. Viele Ecken im Tierpark werden ganz bewusst sich selbst überlassen. Kaspari: Hier dürfen auch Brennnesseln wachsen, die den Schmetterlingsraupen Nahrung bieten.“ An anderen Stellen sind Rabatten mit Sämereien geimpft.

Der Bienenlehrpfad soll in die Zoo-Pädagogik eingebunden werden. So soll es Führungen, aber auch Infomaterial geben, etwa für Schulen, die den Tierpark als „grünes Klassenzimmer“ erleben sollen. Broschüren werden Besuchern Tipps geben, wie Naturschutz im eigenen Garten klappt. Nicht nur die Stadt als Mitglied im „Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt“, auch viele Firmen wie die Sparkasse und VR-Bank unterstützen das Projekt.

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