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Jahresbilanz : Tierpark sucht Alleinstellungsmerkmal

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Sinkende Besucherzahlen und Sanierungsstau machen der Einrichtung zu schaffen / Kooperationen mit der Stadt und Firmen haben sich verbessert

shz.de von
erstellt am 29.Dez.2016 | 08:15 Uhr

Neumünster | Verena Kaspari braucht nicht lange, um die schlechten Zahlen zu begründen. „Das hängt mit mehreren Faktoren zusammen. Das Wetter war besonders an den Spitzentagen wie Ostern schlecht, das Freizeitverhalten hat sich geändert, und es wird immer schwieriger, Veranstaltungen zu profilieren“, sagt die zoologische Leiterin des Tierparks. Vor ihr liegen die wichtigsten Zahlen der Jahresbilanz 2016 – und die könnten unterschiedlicher gar nicht ausfallen. Während die Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr um rund 15  000 auf den neuen Tiefststand von 135  000 geradezu eingebrochen sind, stieg die Zahl der Mitglieder um 200 auf 2450. Die Patenschaften legten um 20 auf 150 zu und die Spenden blieben auf dem hohen Niveau von fast 30  000 Euro. „Alles in allem werden wir dieses Jahr wohl knapp im Minus landen“, sagt sie.

Vor zweieinhalb Jahren übernahm die Diplom-Biologin gemeinsam mit Viola Effenberger die Leitung der Einrichtung von Dr. Peter Drüwa und hat seitdem einiges bewegt. Der überalterte Tierbestand ist verjüngt, neue Zuchttiere wurden ebenso angeschafft wie viele neue Tierarten. „Wir werden auch im kommenden Jahr den Weg vom Heimattiergarten hin zum modernen Zoo beschleunigen“, sagt Verena Kaspari. Eine Ameisenbärin soll mit auf die Anlage der neuen Mähnenwölfe. Ein, zwei weitere neue bedrohte Tierarten sind geplant. Die Einweihung des neuen Schlangenhauses steht im Frühjahr an. Und die Biberanlage soll saniert werden. Viel mehr sei mit dem Budget nicht zu machen, sagt die Diplom-Biologin: „Der Sanierungsstau ist groß.“ Besonders freut sie aber, dass die Unterstützung der Stadt, der Politik und von Firmen aus der Region weiter zunimmt. 10  000 Euro hatte der Rat im Dezember für die Tier- und Artenschutzprojekte in der Zooschule bewilligt (der Courier berichtete). Die Zukunftswerkstatt, ein Netzwerk von Firmen und Privatleuten, die der Einrichtung helfen, wird immer größer. Auch die Kooperationen mit Schulen sollen ausgebaut werden. „Wir sind in Gesprächen mit dem Schulrat, um konkrete Unterrichtsprojekte zu realisieren.“ Der Bildungsauftrag bleibe die wichtigste Aufgabe, betont Verena Kaspari. So soll es mehr Schilder, vor allem aber mehr interaktive Elemente im kommenden Jahr geben. Der neue Facebook-Account und die überarbeitete Homepage würden optimiert.

Und auch diese Projekte stehen an:

> Der ehemalige Geisterwald soll zum Walderlebnispfad werden. Dafür renaturiert die Stadt eine Feuchtwiese.

> Die Ausstellung „Unser Wild – unsere Jagd“ der Jägerschaft wird aufgelöst. Dafür soll das benachbarte Bistrorant vergrößert und modernisiert werden.

> Das Thema Inklusion steht 2017 auf dem Programm. Es wird ein neuer Spielbereich für Kinder mit Behinderungen aufgebaut. Maskottchen ist der dreibeinige Nasenbär Wuschel (der Courier berichtete).

> Die Kontakte zu internationalen Zoos und zu den Zuchtbüchern sollen weltweit weiter ausgebaut werden. Auch an Auswilderungsprojekten will der Tierpark weiter teilnehmen.

„Wir werden die Tierbereiche weiter aufwerten und noch erlebbarer machen. 2017 werden die Besucher auch vermehrt merken, was in den vergangenen Monaten hinter den Kulissen nach der Umstrukturierung passiert ist. Wir brauchen ein Alleinstellungsmerkmal – und das werden wir finden“, sagt Verena Kaspari.

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